Ministerpräsident Conte vor der Flutschutzanlage MoSe in Venedig | Filippo Attili HANDOUT/EPA-EFE/S

Test für Flutschutzanlage "Mose" soll Venedig schützen

Stand: 10.07.2020 14:09 Uhr

Seit Jahrzehnten läuft die Planung, der Bau war von Skandalen überschattet - nun wurde Venedigs umstrittener Flutschutz "Mose" erstmals umfassend getestet. Proteste von Umweltschützern begleiteten die Generalprobe.

Von Lisa Weiß, ARD-Studio Rom

Diese Generalprobe war gleichzeitig eine Premiere: Nach einem Knopfdruck von Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte haben sich zum ersten Mal an allen drei Einfahrten der Lagune von Venedig druckluftgefüllte Metallschachteln aufgerichtet. Die Lagune war durch diesen schwimmenden Deich erstmals komplett vom offenen Meer abgeschlossen.

Durch "Mose", wie das System heißt, sollen verheerende Hochwasser in Venedig bald der Vergangenheit angehören: Das System soll im kommenden Jahr in den Normalbetrieb gehen, aber im Notfall schon zuvor eingesetzt werden können.

Korruptionsskandale und Bauverzögerungen

Das Projekt ist von Korruptionsskandalen und Bauverzögerungen überschattet - und auch stark umstritten. Umweltschützer befürchten Schäden am empfindlichen Ökosystem der Lagune und demonstrierten bei der Generalprobe auf etwa einem Dutzend Booten vor dem Markusplatz.

Ministerpräsident Giuseppe Conte rief dazu auf, pragmatisch an die Sache heranzugehen. Alle sollten hoffen, dass es funktioniere, sagte er.

Venedig wird vor allem im Herbst und Winter immer wieder von Hochwasser überflutet. Ein Rekordhochwasser im vergangenen November hatte große Schäden angerichtet. Viele Touristen blieben daraufhin weg.

 

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Juli 2020 um 14:00 Uhr.