Säcke mit Reis werden in Beiru (Mosambik) verteilt. | Bildquelle: AFP

Südostafrika Rettung nach Zyklon - jede Minute zählt

Stand: 22.03.2019 09:59 Uhr

Hunderttausende Menschen sind in Simbabwe und Mosambik dringend auf Rettung und Hilfe angewiesen. Immer noch sitzen Zigtausende in überschwemmten Regionen fest. Hilfsorganisationen rufen zu Unterstützung auf.

Die verheerenden Folgen des tropischen Wirbelsturms "Idai" in Südostafrika werden immer deutlicher: Allein in einem Bezirk in Simbabwe an der Grenze zu Mosambik seien 200.000 Menschen für die nächsten drei Monate auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen, sagte der Sprecher des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP), Herve Verhoosel, in Genf. Der Bezirk Chimanimani sei zu 90 Prozent beschädigt worden.

In Mosambik hätten Helfer rund 100.000 Menschen bislang nicht erreichen können, so Verhoosel weiter. Wegen anhaltender Regenfälle könne sich die Lage weiter zuspitzen. Die Regierung von Mosambik gehe zur Zeit von 600.000 Betroffenen aus, aber in der Schneise des Wirbelsturms hätten 1,7 Millionen Menschen gelebt.

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Nach Zyklon "Idai": Tausende Menschen kämpfen in Mosambik, Simbabwe und Malawi um ihr Leben

Blick auf überflutetes Gebiet in Mosambik

Knapp eine Woche nach dem Zyklon "Idai" kämpfen Tausende Menschen in den Katastrophengebieten in Mosambik, Simbabwe und Malawi um ihr Leben. Besonders stark betroffen ist Mosambik. Hunderttausende sind obdachlos geworden. | Bildquelle: AFP

Essen, Decken und Medikamenten am dringensten

Laut Regierungsangaben sitzen in den Überschwemmungsgebieten in Mosambik noch mindestens 15.000 Menschen fest, die dringend gerettet werden müssen. Die Menschen müssten aus den unter Wasser stehenden Regionen in Sicherheit gebracht werden, sagte Umweltminister Celso Correia. "Jede Minute zählt", warnte der Minister. Wichtigste Aufgabe sei es zunächst, die Menschen mit Nahrung, Decken und Medikamenten zu versorgen, die auf den von Wassermassen umschlossenen Landstücken festsitzen .

Der Hilfsbedarf sei deshalb womöglich deutlich größer als bislang angenommen, so Verhoosel. Rund 400.000 Menschen hätten aus ihren Wohngebieten flüchten müssen.

Auch Malawi stark betroffen

Für Malawi nannte er 920.000 Betroffene. Das WFP rechnet zunächst mit einem Bedarf von rund 60 Millionen Dollar. Weitere 80 Millionen Dollar könnten aber nötig sein, wenn sich zeige, dass mehr Menschen auf Hilfe angewiesen seien.

Der Zyklon "Idai" mit der Stärke vier von fünf war in der Nacht zum Freitag vom Indischen Ozean in der Nähe der Hafenstadt Beira in Mosambik auf Land getroffen.

Bundesregierung bewilligt Soforthilfe

Die deutsche Bundesregierung stellt nach dem Tropensturm "Idai" eine Million Euro Soforthilfe zu Verfügung. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes werde geprüft, ob zudem Mittel aus den bereits aufgebrachten 4,3 Millionen Euro für humanitäre Hilfe im südlichen Afrika genutzt werden können. Benötigt würden vor allem Nahrungsmittel, Trinkwasser und Gesundheitsstationen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 20. März 2019 um 22:15 Uhr und am 21. März 2019 NDR Info um 14:15 Uhr in den Nachrichten sowie die tagesschau um 15:00 Uhr.

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