Überschwemmte Häuser in der Nähe von Beira. | Bildquelle: REUTERS

Nach Zyklon "Idai" Hunderttausende warten auf Hilfe

Stand: 24.03.2019 20:22 Uhr

Vor gut zehn Tagen ist Zyklon "Idai" über Südostafrika gezogen und hat Zerstörung hinterlassen. Noch immer warten mehr als eine Million Menschen auf Hilfe - viele davon sind Kinder.

Von Leonie March, ARD-Studio Johannesburg, zzT. Beira

Die Samora-Machel-Schule in Beira ist eine Notunterkunft für mehr als 1000 Menschen, die alles verloren haben. Zyklon "Idai" hatte Mitte März die Stadt in Mosambik schwer getroffen. Viele trauern jetzt um tote Familienmitglieder, andere wissen nicht, was mit ihren Verwandten geschehen ist. Auch Kinder, die von ihren Eltern getrennt wurden und allein herumgeirrt sind.

Nothelfer hätten sie mit Booten und Helikoptern aus den Überschwemmungsgebieten gerettet, berichtet Daniel Timme vom Kinderhilfswerk UNICEF. "Hier kommen alle paar Minuten neue Kinder an, total durchnässt."

Nach dem Zyklon in Mosambik
tagesschau 14:00 Uhr, 25.03.2019

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Traumatisierte Kinder

Die Kinder seien höchst traumatisiert. "Wir müssen uns um ihr seelisches Wohl kümmern, soweit wir das können."

Noch immer arbeiten Hilfsorganisationen wie UNICEF unter extrem schwierigen Bedingungen. Zwar ist es ein Fortschritt, dass die ersten Straßen nach Beira nun endlich repariert worden sind, aber viele andere Regionen bleiben weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten.  

"Wir müssen Hilfsgüter in diese Katastrophenzone reinbringen", sagt Timme. Das sei ein logistisches Problem, weil es nur auf dem Luftweg oder per Schiff stattfinden könne.

Warten auf die Hilfslieferungen

Timme wartet nun, wie alle hier, auf die nächsten Hilfslieferungen. Sie sind überlebenswichtig in dieser gigantischen humanitären Krise, deren Ausmaß jedoch erst mit tagelanger Verzögerung erkannt wurde.

"Aufgrund des schwierigen Zugangs zum Katastrophengebiet war uns lange nicht klar, wie groß die menschliche Tragödie hier wirklich ist", sagt er. "Aber jetzt können wir das besser einschätzen: Wir gehen davon aus, dass ungefähr 1,8 Millionen Menschen dringend humanitäre Hilfe brauchen, und davon sind fast eine Million Kinder."

Chronisch unterernährte Kinder

Viele dieser Kinder sind chronisch unterernährt. Jahre der Dürre waren dem Tropensturm vorausgegangen. Nun steht das Wasser auf den Feldern der Kleinbauern braun und dreckig - Fäkalien, verwesende Leichen und Tierkadaver schwimmen darin.

Vielen Menschen bleibt in ihrer Not aber nichts anderes übrig, als dieses Wasser zu trinken. Krankheiten wie Cholera drohen auszubrechen. Es sei ein Wettlauf gegen die Zeit, die Trinkwasserversorgung wieder herzustellen, sagt Timme. Trotz erster Erfolge.

Leben retten - ein Kraftakt

Für die 500.000 Menschen in Beira gebe es jetzt wieder Trinkwasser. Aber in den umliegenden Gebieten, die noch viel schlimmer überschwemmt seien, sei das leider überhaupt nicht der Fall. "Wir müssen deshalb Produkte verteilen, die das Wasser entkeimen." Das habe große Priorität. Kinder, die Durchfallerkrankungen bekommen, könnten sehr schnell zu sterben. Es gehe darum, Leben zu retten.

Leben zu retten - das ist weiterhin ein Kraftakt. Sowohl in Mosambik als auch in den Nachbarländern Simbabwe und Malawi.

Das Welternährungsprogramm hat mittlerweile die höchste Krisenwarnstufe ausgerufen, um schnell weitere Helfer und Hilfsgüter einzufliegen, logistische und finanzielle Hilfen zu mobilisieren. Auch andere Organisationen weiten ihre Hilfe aus. Alle bereiten sich auf einen langen Einsatz vor.

Zyklon-Opfer: Eine Million Kinder warten auf Hilfe
Leonie March, ARD Johannesburg
24.03.2019 20:07 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 24. März 2019 Deutschlandfunk um 18:21 Uhr in der Sendung "Informationen am Abend" und die tagesschau um 20:00 Uhr.

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