Menschen auf einem Lastenfahrrad in einer überfluteten Straße, Agartala/Indien. | Bildquelle: AFP

Monsun in Südasien Mehr als 80 Tote durch Wassermassen

Stand: 14.07.2019 15:54 Uhr

Der Monsunregen hat Südasien mit voller Wucht erfasst. Bisher kamen in Nepal und Indien mehr als 80 Menschen ums Leben. Die Einsatzkräfte bemühen sich, Bewohner aus überfluteten Dörfern zu retten.

Von Bernd Musch-Borovska, ARD-Studio Neu-Delhi

Heftige Regenfälle im Nordosten Indiens sowie in Nepal und in Bangladesch haben Erdrutsche und Überschwemmungen verursacht. Mehr als eine Million Menschen sind betroffen. Medienberichten zufolge kamen allein in Nepal bislang fast 50 Menschen ums Leben.

Ein Mitarbeiter der nepalesischen Armee trägt ein Kind durch eine überflutete Straße in Kathmandu. | Bildquelle: REUTERS
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Die nepalesische Armee muss Einwohner aus den Straßen Kathmandus retten.

In den indischen Bundesstaaten Asam und Arunachal Pradesh starben nach bisherigen Angaben mehr als zwölf Menschen in den reißenden Wassermassen oder durch einstürzende Gebäude. Durch den heftig einsetzenden Monsun in dieser Region sind der Fluss Brahmaputra, einer der längsten Flüsse Indiens und seine Nebenflüsse über die Ufer gestiegen. Felder und Siedlungsgebiete wurden überflutet.

Sadiqul Haque von der regionalen Wasserbehörde sagte einem Reporter der Nachrichtenagentur Reuters, dass bereits gestern Abend der Wasserstand des Flusses die gefährliche Marke überschritten habe. Er stehe jetzt schon 16 Zentimeter darüber. Und der Pegel könne noch weiter steigen.

Zahlreiche Tote und Verletzte duch Monsunregen in Nordindien
tagesschau 20:00 Uhr, 14.07.2019, Peter Gerhardt, ARD Neu Delhi

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Rettungsteams müssen 1500 Dörfern helfen

Allein im indischen Bundesstaat Assam mussten Tausende Menschen in Notunterkünften untergebracht werden. Andere versuchten, ihre Häuser gegen die ansteigende Flut zu schützen. "Die Lage ist wirklich schlimm. Wir haben überall Wasser im Haus. Auch unser Vieh ist in Gefahr", erzählt ein Betroffener. Er habe seine Kühe weggebracht. Niemand habe ihm geholfen.

Einheimische beim Bau eines Damms gegen die Fluten, im ostindischen Staat Bihar bei Muzaffarpur. | Bildquelle: AFP
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Einheimische beim Bau eines Damms gegen die Fluten, im ostindischen Staat Bihar bei Muzaffarpur.

Es gibt durchaus Hilfe, aber noch nicht überall. Rettungsteams bemühten sich darum, Menschen aus mehr als 1500 überfluteten Dörfern zu bergen. Die Flutopfer werden von staatlichen Stellen mit Nahrung und Medikamenten versorgt.

1100 Menschen in Nepal gerettet

Auch im benachbarten Nepal brachten Rettungskräfte Tausende Menschen vor den Fluten in Sicherheit. Für den Fluss Sapta Koshi im Süden Nepals wurde gestern die höchste Alarmstufe ausgerufen. Es kamen mindestens 50 Menschen ums Leben. Dort wurden am Sonntag noch 33 Menschen vermisst, wie die Polizei mitteilte.

Der überflutete Bagmati-Fluss in Kathmandu, Nepal. | Bildquelle: NARENDRA SHRESTHA/EPA-EFE/REX
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Der überflutete Bagmati-Fluss in Kathmandu, Nepal.

Den nepalesischen Einsatzkräften sei die Rettung von mehr als 1100 Menschen gelungen, sagte der nepalesische Polizeisprecher Bishwaraj Pokharel. "Wir haben alle Einsatzkräfte im Land für Such-, Rettungs- und Hilfsmaßnahmen mobilisiert", betonte er. Besonders der Osten und das Flachland im Süden Nepals waren von den heftigen Regenfällen betroffen. Hochwasser überflutete dort ganze Siedlungen.

Rohingya in Bangladesch besonders schwer betroffen

In Bangladesch sind unter anderem die Flüchtlingslager der Rohingya von den Auswirkungen des heftigen Regens betroffen. Auch dort gab es bereits Tote. Gemma Snowdon, die Sprecherin des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, sagte einem Reporter der Nachrichtenagentur Reuters, dass es schon seit Tagen im Rohingya Flüchtlingslager in Cox´s Bazar heftig regne.

Tausende mussten umgesiedelt werden. Viele andere wohnten in beschädigten Häuser und Unterkünften. "Das Welternährungsprogramm ist eigentlich das ganze Jahr über für solche Fälle vorbereitet. Wir haben Notrationen angelegt und können innerhalb weniger Stunden die Menschen versorgen", sagt Snowdon.

Dabei hat der Monsun in dieser Gegend Südasiens gerade erst begonnen. Normalerweise dauert die Saison von Juni bis September. Im vergangenen Jahr starben in Südasien mehr als 1200 Menschen infolge der heftigen Regenfälle.

Eine Million Menschen in Südasien von Überschwemmungen betroffen
Bernd Musch-Borowska, ARD Neu Delhi
14.07.2019 12:32 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. Juli 2019 um 15:00 Uhr.

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