Eine Grafik veranschaulicht den Weg eines Sterns am Rande des Ereignishorizonts eines schwarzen Loches | Bildquelle: Nicolle Fuller/National Science Foundation/UCLA/dpa

Zentrum der Milchstraße Schwarzes Loch gefräßiger als bisher

Stand: 16.09.2019 16:50 Uhr

Das Schwarze Loch im Herzen der Milchstraße ist normalerweise sehr genügsam. Aber im Mai gönnte es sich ein reichhaltiges Mahl. Es strahlte doppelt so hell wie sonst. Forscher meinen, dass das Loch Sterne geschluckt haben könnte.

Das gigantische Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße hat offenbar einige Himmelskörper geschluckt. Das schließen Astronomen aus einem plötzlichen Helligkeitsausbruch: Es leuchtet so hell wie nie seit Beginn der Beobachtungen.

"Wir haben in den 24 Jahren, die wir das supermassereiche Schwarze Loch untersuchen, nichts Vergleichbares gesehen", berichtete Andrea Ghez von der Universität von Kalifornien in Los Angeles. Die Forscher stellen ihre Beobachtungen im Fachblatt "The Astrophysical Journal Letters" vor. Über die Ursache des plötzlichen Ausbruchs rätseln sie noch.

Helligkeitsausbruch an schwarzem Loch beobachtet
tagesschau 17:00 Uhr, 16.09.2019, Uwe Gradwohl, SWR

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Normalerweise ist das Loch "auf Diät"

Wie die meisten Galaxien besitzt auch die Milchstraße ein extrem massereiches Schwarzes Loch in ihrem Zentrum. Es vereint die Masse von rund vier Millionen Sonnen. Schwarze Löcher selbst sind zwar nicht sichtbar, aber wenn Materie in ihren Schwerkraftstrudel fällt, erhitzt sie sich und leuchtet hell auf, bevor sie auf Nimmerwiedersehen hinter dem sogenannten Ereignishorizont verschwindet. Manche supermassereichen Schwarzen Löcher erzeugen auf diese Weise mehr Strahlung als die gesamte Galaxie, in der sie sitzen.

Nicht so das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße. "Es ist normalerweise ein ziemlich ruhiges, schwächliches Schwarzes Loch auf Diät", erläuterte Ghez. Die Forscher haben seit 2003 rund 13.000 Messungen aus 133 Nächten analysiert. Am 13. Mai 2019 strahlte das Schwarze Loch plötzlich doppelt so hell wie auf den hellsten der übrigen Aufnahmen.

"Die große Frage lautet, ob das Schwarze Loch in eine neue Phase eintritt", betonte Ghez' Kollege Mark Morris. Das könne etwa bedeuten, dass die Menge an interstellarem Gas, die in das Schwarze Loch strudele, für eine längere Zeit zunehme.

Milchstraßengalaxie und der Jupiter (r), fotografiert in der Südslowakei | Bildquelle: dpa
galerie

Die Milchstraße und Jupiter (r), fotografiert im Süden der Slowakei.

Schluckt es Asteroiden oder Sterne?

Andere Erklärmöglichkeiten sind beispielsweise große Asteroiden, die in das Schwarze Loch gezogen wurden, oder einzelne Klumpen aus interstellarem Gas, die das plötzliche Feuerwerk verursacht haben könnten. Eine weitere mögliche Ursache könnte der Stern S0-2 sein, der das zentrale Schwarze Loch auf einer Bahn umkreist, die ihn sehr nah an den Ereignishorizont führt. Er könnte bei seiner jüngsten größten Annäherung im Sommer 2018 Gas in Richtung des Schwarzen Lochs geschleudert haben, das jetzt in das Massemonster fällt. Ähnlich könnte es sich auch mit dem Himmelsobjekt mit der Bezeichnung G2 verhalten, bei dem es sich vermutlich um einen Doppelstern handele. Es kam 2014 dem Schwarzen Loch nahe und könnte dabei seine äußere Hülle verloren haben, argumentieren die Astronomen.

Keine Gefahr für die Erde

Was genau für den plötzlichen Ausbruch des Schwarzen Loch verantwortlich ist, werden erst weitere Beobachtungen zeigen können. Gefahr für die Erde bestehe nicht, betonen die Wissenschaftler. Das Massemonster im Zentrum der Milchstraße sei 26.000 Lichtjahre von der Erde entfernt, und die Strahlung müsste mindestens zehn Milliarden Mal so stark sein wie beobachtet, um für das Leben auf der Erde eine Rolle zu spielen.

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