Bundeskanzlerin Merkel und Japans Premierminister Abe | Bildquelle: TOSHIFUMI KITAMURA/POOL/EPA-EFE/

Kanzlerin in Japan "Merkel bringt den Frühling"

Stand: 04.02.2019 18:04 Uhr

Mit einem ungewöhnlich herzlichen Empfang durch Premierminister Abe hat die Japanreise der Kanzlerin begonnen. Beide sind sich einig, dass von einer offenen Zusammenarbeit beide profitieren.

Von Julia Barth, ARD-Hauptstadtstudio, zzt. Tokio

Höflich ist so ein Empfang im Ausland immer. So außerordentlich herzlich wie in Japan wird die Kanzlerin aber wohl selten willkommen geheißen.

Angela Merkel bringe den Frühling, sagte Japans Premierminister Shinzo Abe, der in Tokio mit für die Jahreszeit ungewöhnlichen 17 Grad und Sonne aufwarten konnte. Die beiden nennen sich vertrauensvoll beim Vornamen - Shinzo und Angela kennen sich gut, die Chemie stimmt.

Kooperation bei Zukunftsthemen

Mit Merkels Besuch, so Abe in der gemeinsamen Pressekonferenz, würden die Beziehungen zwischen Deutschland und Japan auf eine neue, höhere Ebene gehoben werden. Er fühle sich durch die Kanzlerin ermutigt, die richtigen Themen für Japans G20-Präsidentschaft gesetzt zu haben.

Neben Freihandel und Klimapolitik gefallen der deutschen Bundesregierung auch die Zukunftsthemen "Industrie 4.0" und "Gesellschaft 5.0". "Das bedeutet vor allem auch, sich mit der Ethik der Daten zu beschäftigen", sagte Merkel. "Deutschland und Japan können hier sehr eng zusammenarbeiten, weil wir auf diesem Gebiet auch einiges voranbringen."

Merkel zu Besuch in Japan
tagesschau 20:00 Uhr, Uwe Schwering, ARD Tokio

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"Stärker durch Wettbewerb"

Das Treffen nutzen beide auch zur Vorbereitung des G20-Gipfels Ende Juni in Osaka. Dabei betonten sie vor allem, wie wichtig das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan ist, das am Freitag in Kraft trat. Für Merkel ist das eine wichtige Mitteilung an die Welt in einer Zeit, in der multilaterale Abkommen in schwierigem Fahrwasser seien. Mit ihr und Abe arbeiteten zwei Ländervertreter miteinander, "die glauben, dass sehr gute Win-Win-Situationen entstehen können, wenn alle Partner offen miteinander zusammenarbeiten".

Eine Win-Win-Situation, die auch deutsche Unternehmen nutzen wollen. Auch deshalb hat die Kanzlerin eine zwölfköpfige Wirtschaftsdelegation im Schlepptau. Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, gehört dazu und ist überzeugt, das Abkommen ist ein richtiges Zeichen zur richtigen Zeit, von dem viele Branchen profitieren können.

"Das sind die, die traditionell in beiden Ländern stark sind", erklärte Kempf. Dazu zählten neben der Automobil- und Chemie- und Pharmaindustrie auch der klassische Maschinenbau oder die Elektrotechnik. "Beide Länder sind der Meinung, dass man durch Wettbewerb eher stärker als schwächer wird."

Angela Merkel und Shinzo Abe | Bildquelle: AFP
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Merkel und Abe sehen im Freihandel ein wichtiges Mittel für Wohlstand und internationale Ordnung.

Enge Abstimmung bei Nordkorea-Politik

Nicht nur wirtschaftlich, auch politisch wollen Deutschland und Japan ihre Partnerschaft vertiefen. Grundsätzlich, was die Verteidigung des Multilateralismus betrifft. Ganz konkret in Bezug auf eine engere Zusammenarbeit beim Thema Cyberabwehr. Außerdem sagt die Bundesregierung zu, Japan dabei zu unterstützen, dass es in Nordkorea zu einer nachhaltigen Denuklearisierung kommt.

"Der Prozess ist sehr hoffnungsvoll, aber es müssen jetzt Taten folgen", sagte Merkel. Deutschland habe als temporäres Mitglied des UN-Sicherheitsrates jetzt die Federführung im Sanktionsausschuss für Nordkorea. "Wir werden da unsere Arbeit leisten und uns auch sehr eng mit Japan abstimmen."

Am Dienstag wird die Kanzlerin den japanischen Kaiser treffen. Auch ein Gepräch mit dem Kronprinzen ist geplant, der seinem Vater am 1. Mai auf den Thron folgt. Außerdem wird Merkel an einer Diskussionsrunde mit Studenten einer der größten Universitäten des Landes teilnehmen.

Merkels erster Tag des Japan-Besuchs: Beziehung vertiefen auf allen Ebenen
Julia Barth, ARD Berlin zzt. Tokio
04.02.2019 16:59 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Februar 2019 um 12:00 Uhr.

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Julia Barth, WDR

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