Ausschreitungen bei Protesten in Athen | Bildquelle: dpa

Proteste im Mazedonien-Streit Viele Verletzte bei Ausschreitungen in Athen

Stand: 20.01.2019 22:11 Uhr

In Athen haben Zehntausende Menschen gegen ein Abkommen mit dem Nachbarland Mazedonien protestiert, das den Namensstreit beilegen soll. Es kam zu Ausschreitungen. 25 Polizisten und zwei Demonstranten wurden dabei verletzt.

Zehntausende Griechen haben auf dem Syntagma-Platze in Athen gegen einen Kompromiss zur Umbenennung des Nachbarlandes Mazedonien protestiert. Der Platz vor dem Parlament in der Hauptstadt war in ein Meer blauweißer griechischer Fahnen getaucht. Auf einem großen Transparent warben die Demonstranten für einen Volksentscheid über den neuen Landesnamen Mazedoniens.

Zu den Hauptveranstaltern der Demonstration gehörte das "Kampfkomitee für Mazedoniens Griechentum". Mobilisiert hatte auch die Neonazi-Partei Goldene Morgenröte (Chryssi Avghi). Griechisch-orthodoxe Kirchengruppen und Popen beteiligten sich ebenfalls daran.

Die Polizei war mit 2000 Beamten, Drohnen und Hubschraubern im Einsatz. Bei der Kundgebung kam es zu Ausschreitungen. Polizisten setzten Tränengas gegen etwa 30 vermummte Demonstranten ein, die in der Nähe des Denkmals für den unbekannten Soldaten mit Gegenständen warfen und versuchten, die Absperrung zum Parlament zu durchbrechen. 25 Polizisten und zwei Demonstranten wurden laut Regierung und Rettungskräften verletzt.

Namensstreit belastet seit Jahrzehnten

Einige Abgeordnete der konservativen Nea Dimokratia waren vor Ort, unter ihnen der ehemalige Ministerpräsident Antonis Samaras. Er sprach von einer "Demonstration für die Demokratie, für Griechenland, für unser Recht". In den kommenden Tagen soll über die Vereinbarung abgestimmt werden, derzufolge der nördliche Nachbar künftig Nordmazedonien heißen soll.

Der Namensstreit belastet die Beziehungen zwischen Griechenland und seinem nördlichen Nachbarn schon seit fast drei Jahrzehnten. Der Konflikt reicht ins Jahr 1991 zurück, als die ehemalige jugoslawische Teilrepublik ihre Unabhängigkeit erklärte und für sich den Namen Mazedonien wählte.

Aus Sicht Griechenlands ist der Name Mazedonien jedoch Teil des griechischen Nationalerbes und suggeriert einen Anspruch auf die nordgriechische Provinz gleichen Namens. Athen blockierte mit seiner Haltung die Beitrittsgespräche Skopjes mit der Europäischen Union und der NATO-Militärallianz.

Mazedonien: Streit um einen Namen
tagesthemen 22:45 Uhr, 20.01.2019, Michael Schramm, ARD Rom

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Wegen des schwelenden Konflikts wird Mazedonien bei den Vereinten Nationen bis jetzt mit dem sperrigen Namen Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien (FYROM) geführt. Im vergangenen Juni hatten sich beide Länder dann auf den Namen Nordmazedonien geeinigt. Das Parlament in Skopje stimmte der Vereinbarung am 11. Januar zu.

Das griechische Parlament soll in den kommenden Tagen darüber entscheiden. Regierungschef Tsipras, der am vergangenen Mittwoch die Vertrauensfrage im Parlament knapp gewann, ist zuversichtlich, dass sich auch in der Mazedonienfrage eine Mehrheit von mindestens 151 der 300 Abgeordneten finden wird.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 20. Januar 2019 um 22:45 Uhr.

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