Eine Frau trägt bei einer Veranstaltung der Tories eine Strumpfhose mit dem Muster der britischen Flagge | Bildquelle: NEIL HALL/EPA-EFE/REX

Ergebnis bei den Tories Wer tritt in Mays Fußstapfen?

Stand: 23.07.2019 03:11 Uhr

Der Brexit-Hardliner Boris Johnson oder der diplomatische Jeremy Hunt? Heute wird bekannt, wer Nachfolger von Premierministerin May wird. Aber egal, wer kommt: Die Probleme bleiben.

Von Imke Köhler, ARD-Studio London

Wochenlang hieß es: Boris Johnson macht das Rennen. Jetzt will die Nation wissen, ob sich das bewahrheitet hat. Die Chancen waren zwischen den Kontrahenten, dem ehemaligen Außenminister Boris Johnson und dem amtierenden Außenminister Jeremy Hunt, von Anfang an sehr ungleich verteilt.

Boris Johnson ist an der Parteibasis beliebt, sorgt für Lacher und bekommt fast immer den Applaus. Und er hat in diesem kurzen Wahlkampf ganz auf eine Botschaft gesetzt: Johnson verspricht, zu "liefern" und das Land am 31. Oktober aus der EU zu führen - egal wie.

Mareike Aden, ARD London, mit Informationen zur möglichen May-Nachfolge
tagesschau 12:00 Uhr, 23.07.2019

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Hunts nüchterne Art ist wenig mitreißend

Hunt konnte und wollte an dem Punkt nie so eindeutig sein. Das liegt zum einen daran, dass er beim Referendum 2016 für "Remain", also den Verbleib in der EU, gestimmt hat. Zum anderen hält er es aber auch für falsch, sich in das Datum 31. Oktober zu verbeißen.

"Boris verspricht etwas, von dem er weiß, dass weder er noch ich das aufrichtig garantieren können, weil wir nicht wissen, was das Parlament machen wird", so Hunt. Er differenziert in seinen Aussagen wesentlich stärker als Johnson, aber seine nüchterne Art ist wenig mitreißend.

"Boris sollte zu Ende bringen, was er angefangen hat"

Einen Monat lang haben die beiden Kontrahenten bei insgesamt 16 Veranstaltungen um die Sympathien der Konservativen geworben. Wählen durften aber nur die Mitglieder der konservativen Partei. Richard, einer von ihnen, hofft auf den Sieg von Hunt: "Er hat die Erfahrung, die Persönlichkeit und die Integrität. Er wird einen großartigen Job machen. Boris ist ein guter Freund, aber Jeremy Hunt wäre der bessere Premierminister.“

Das sehen die Johnson-Fans natürlich ganz anders. Und im Gespräch mit ihnen zeigt sich, warum Boris so hoch im Kurs steht. Es ist immer wieder das eine Thema, auch für Elizabeth: "Ich habe für den Brexit gestimmt und will, dass er umgesetzt wird. Und ich glaube, man braucht jemanden, der an den Brexit glaubt. Und Boris sollte das zu Ende bringen, was er angefangen hat."

Johnson muss sich allerdings auch immer wieder der Kritik stellen, dass er es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Daneben wird - zumindest von Teilen der Partei - auch sein politischer Kurs abgelehnt.

Ähnliche Probleme wie May - egal, wer es wird

Finanzminister Philip Hammond etwa kündigte bereits seinen Rücktritt für den Fall an, dass Johnson neuer Premier wird: "So wie ich es verstehe, ist eine seiner Bedingungen, um in seiner Regierung mitzuarbeiten, dass man den No-Deal-Brexit am 31. Oktober akzeptiert. Das könnte ich niemals mittragen. Und deshalb habe ich vor, Theresa May mein Rücktrittsgesuch zu überreichen, bevor sie zum Palast geht, um ihren eigenen Rücktritt einzureichen."

Voraussichtlich werden noch weitere Minister ihren Hut nehmen, wenn Johnson das parteiinterne Rennen gewinnt. Das große Thema Brexit spaltet nach wie vor die Tories - ebenso wie das Land. Unterm Strich dürfte der neue Premier damit ähnliche Probleme haben wie May - egal, wer es wird.

Hunt oder Johnson? Tories geben Wahlergebnis bekannt
Imke Köhler, ARD London
22.07.2019 20:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 23. Juli 2019 um 05:39 Uhr.

Korrespondentin

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