Eine US-Staatsanwältin zeigt auf ein Bild von Ghislaine Maxwell und Jeffrey Epstein | Bildquelle: AP

Epsteins Ex-Partnerin vor Gericht Maxwell kommt nicht frei

Stand: 15.07.2020 06:48 Uhr

Maxwell soll für ihren damaligen Partner Epstein minderjährige Mädchen rekrutiert haben, die dieser dann sexuell missbraucht habe. Sie plädiert auf nicht schuldig. Eine Freilassung auf Kaution hat das Gericht abgelehnt.

Im Skandal um den wegen Sexualverbrechen verurteilten und inzwischen gestorbenen Unternehmer Jeffrey Epstein hat dessen Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell vor Gericht auf nicht schuldig plädiert. Bei der rund zweistündigen Anhörung in New York, zu der sie per Video in den Gerichtssaal zugeschaltet war, stritt Maxwell ab, Epstein bei seinen Taten geholfen zu haben. Der Unternehmer soll Dutzende Frauen und Mädchen sexuell missbraucht und zur Prostitution gezwungen haben.

Maxwell werden sechs Anklagepunkte vorgeworfen, darunter Verführung Minderjähriger zu illegalen Sexualhandlungen und Meineid. Richterin Alison Nathan lehnte eine Freilassung Maxwells auf Kaution ab und nannte den 12. Juli 2021 als Datum für einen möglichen Prozessbeginn.

Hohes Fluchtrisiko

Im Vorfeld hatten Maxwells Anwälte um eine Freilassung ihrer Mandantin gegen eine Kaution von fünf Millionen Dollar gebeten, weil kein Fluchtrisiko bestehe. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete das Fluchtrisiko der Angeklagten hingegen als hoch - Maxwell hat drei Pässe und mehrere Bankkonten in unterschiedlichen Ländern.

Die Verteidiger versuchten zudem, ihre Mandantin von Epstein zu distanzieren. Die beiden hätten vor seinem Tod mehr als zehn Jahre lang keinen Kontakt mehr gehabt, teilten sie in einem an das Gericht adressierten Dokument mit. "Ghislaine Maxwell ist nicht Jeffrey Epstein." Maxwell habe die Vorwürfe gegen sich immer zurückgewiesen.

Maxwell war Anfang Juli im US-Bundesstaat New Hampshire vom FBI festgenommen worden. Sie soll Beihilfe zu Epsteins Sexualverbrechen geleistet haben. Epstein soll Frauen und Mädchen nicht nur in seinen Anwesen in New York, Palm Beach und Santa Fe missbraucht haben, sondern auch in Maxwells Wohnsitz in London.

Die Staatsanwaltschaft beizeichnet Maxwell als eine von Epsteins "engsten Verbündeten". Sie habe eine "entscheidende Rolle" bei seinen Machenschaften gespielt. Auf die ihr vorgeworfenen Anklagepunkte, die sich auf die Jahre 1994 bis 1997 beziehen, stehen jeweils Höchststrafen von fünf bis zu zehn Jahren im Gefängnis.

Epstein-Vertraute Maxwell bleibt in Haft
Peter Mücke, ARD New York
15.07.2020 00:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 14. Juli 2020 um 22:30 Uhr.

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