Mehrere Männer mit einem Schlauchboot bergen den Kadaver eines gestrandeten Delfins. | Bildquelle: AFP

Nach Frachter-Havarie Tote Wale und Delfine auf Mauritius angespült

Stand: 26.08.2020 20:33 Uhr

Hunderte Tonnen Öl liefen aus dem havarierten Frachter vor Mauritius ins Meer. Jetzt sind Wale und Delfine angeschwemmt worden - einige tot, einige verletzt. Umweltschützer und Politiker vermuten einen Zusammenhang.

Rund einen Monat nach der Havarie des Frachters "Wakashio" vor der Küste von Mauritius sind zahlreiche Wale und Delfine an den Stränden der Insel angespült worden. Einige der Tiere waren noch am Leben, als sie strandeten, einige wiesen Verletzungen auf. Nachrichtenagenturen sprechen von mindestens neun Walen und 14 Delfinen, die bereits verendet sind. Den noch lebenden Delfinen gehe es offensichtlich sehr schlecht, sagte der Umweltaktivist und ehemalige Parlamentsabgeordnete Sunil Dowarkasing.

Ein kleiner Junge tätschelt den Kopf eines gestrandeten Delfins auf Mauritius. | Bildquelle: AFP
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Ein kleiner Junge tätschelt den Kopf eines toten Breitschnabeldelfins am Strand der Insel Mauritius.

Noch ist unklar, ob der Vorfall im Zusammenhang mit der Havarie des Frachters steht. Die Kadaver wurden zur Untersuchung in Labore gebracht. Nachdem die "Wakashio" Ende Juli auf Grund gelaufen war, sind mehr als 1000 Tonnen Öl ins Meer geflossen. Dowarkasing vermutet, dass die Ölkatastrophe etwas mit dem Sterben der Tiere zu tun hat. Er gehe davon aus, dass sie entweder durch ausgelaufenen Treibstoff oder giftige Materialien vom Bug des Schiffes gestorben seien, der im Meer versenkt wurde. Ähnlich äußerte sich ein Regierungsbeamter der Insel.

Ein Teil des auslaufenden Öls konnte abgepumpt werden, bevor der Frachter in zwei Teile zerbrach. Trotzdem liefen hunderte Tonnen Diesel und Schweröl aus und verseuchten die Lagune bei Mahebourg. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warnte, dass unter den Langzeitfolgen auch Wale, Meereschildkröten und zahlreiche andere Spezies leiden könnten.

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