Trump bei seiner Rückkehr nach Washington | Bildquelle: REUTERS

Kritik an Trump nach Massakern "Er vergrößert und duldet ihren Hass"

Stand: 05.08.2019 09:13 Uhr

Welche Rolle spielte die Rhetorik von Präsident Trump bei den Massakern in den USA? Demokraten machen ihn mitverantwortlich - er schüre Hass. Trump verteidigt sich. Die Behörden sprechen von heimischem Terrorismus.

Die beiden Massaker in den USA mit insgesamt 29 Opfern sorgen für eine neue Diskussion über Rassismus. Dabei geht es zunehmend um die Rolle von US-Präsident Donald Trump. Mehrere Präsidentschaftsbewerber der Demokraten warfen ihm vor, mit seiner aggressiven Rhetorik Hass zu schüren und Gewalt zu begünstigen.

"Man erntet, was man sät. Und er sät die Saat des Hasses in diesem Land. Diese Ernte von Hass (und) Gewalt, die wir jetzt sehen, liegt vor seinen Füßen", sagte der demokratische Präsidentschaftsbewerber Senator Cory Booker. Der Präsidentschaftskandidat Beto O’Rourke warf der Trump-Administration vor, schon zu lange Intoleranz und Hass zu dulden. "Das ist der Grund für die Attentate, die wir hier sehen. Und es wird immer wieder passieren, wenn wir die Ursachen nicht benennen und etwas ändern."

Politische Debatte nach Attentaten in den USA
tagesthemen 23:15 Uhr, 04.08.2019, Christiane Meier, ARD New York

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"Rassistische Rhetorik"

"Unser Präsident scheitert nicht nur daran, sich diesen inländischen Terroristen entgegenzustellen und sie zu entwaffnen", schrieb der demokratische Präsidentschaftskandidat Pete Buttigieg bei Twitter. "Er vergrößert und duldet ihren Hass." Senator Bernie Sanders rief Trump auf, seine "rassistische, hasserfüllte und einwanderungsfeindliche Rhetorik" zu stoppen. Trump schaffe mit seinen Äußerungen ein Klima, "das gewalttätige Extremisten ermutigt".

Auch der mexikanische Vizeaußenminister Jesus Seade stellte einen Bezug zu Trump her: Solche Taten der fremdenfeindlichen Barbarei hätten keinen Platz in der heutigen Welt. Diese entstünden jedoch nicht in einem Vakuum. Die Rhetorik, die sie anstachle, müsse komplett eingestellt werden, schrieb er auf Twitter. Auch wenn sein Name nicht genannt wurde, dürfte sich die Kritik in Richtung Trump richten.

"Nicht fair, das Problem dem Präsidenten unterzuschieben"

Trump selbst verurteilte den Hass, dieser habe keinen Platz in den USA. Die Regierung werde sich um das Problem kümmern. Er habe bereits mit dem Justizminister, dem FBI-Chef und Kongressabgeordneten gesprochen und werde im Laufe des Tages eine weitere Stellungnahme abgeben. Trump diagnostizierte, die Schützen seien "wirklich, sehr ernst seelisch krank". Probleme mit Schießereien gebe es schon seit Jahren.

Trumps amtierender Stabschef Mick Mulvaney verteidigte den Präsidenten im Interview mit dem Fernsehsender ABC. Trump trage auch indirekt keine Verantwortung an der Gewalt: "Das sind kranke, kranke Menschen und der Präsident weiß das. Es ist nicht fair, das Problem dem Präsidenten unterzuschieben", sagte Mulvaney.

Hinweise auf Trumps Politik

Diese Argumentation könnte allerdings ins Leere laufen. Denn in einem rassistischen "Manifest", das dem Attentäter von El Paso zugerechnet wird, gibt es Hinweise auf Trump. Auf einem Twitter-Account, der zu dem mutmaßlichen Täter zu gehören scheint, sind Pro-Trump-Posts zu finden, die den Plan des US-Präsidenten zum Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko befürworten.

Das FBI ist der Ansicht, dass der Täter von El Paso aus Hass gehandelt hat, sagte Bundesstaatsanwalt John Bash. "Wir behandeln das auch als einen Fall von heimischem Terrorismus. Ziel war es, die Zivilbevölkerung einzuschüchtern", so Bash. Er verlangte die Todesstrafe für den 21-Jährigen.

Dayton-Attentäter schnell erschossen

Die Hintergründe der zweiten Bluttat sind bisher deutlich unklarer. Sicher ist, dass ein Mann in Dayton das Feuer auf Passanten in einem Ausgehviertel eröffnete und neun Menschen tötete - unter ihnen vermutlich seine Schwester. Die Polizei schoss den Attentäter nieder. Die Beamten konnten ihn so offenbar daran hindern, eines der Lokale zu betreten, sagt Polizeichef Richard Biehl auf einer Pressekonferenz. "Er trug eine Maske, eine schusssichere Weste und Ohrenschützer. Er war mit einem Gewehr mit großem Kaliber und einem runden Magazin für 100 Schuss bewaffnet. Er war 24 Jahre alt."

Das Motiv des Mannes ist bisher unklar. Allerdings waren laut der Polizei sechs der neun Todesopfer Schwarze. Der Täter wurde nur rund 30 Sekunden nach Beginn seiner Attacke von der Polizei erschossen. Dadurch habe ein noch schlimmeres Blutbad verhindert werden können, teilte die Polizei mit.

Nach Aussagen von ehemaligen Klassenkameraden führte der Todesschütze von Dayton Listen mit möglichen Erschießungs- und Vergewaltigungsopfern. Er sei deswegen von der Bellbrook High School suspendiert worden, sagten zwei ehemalige Mitschüler der Nachrichtenagentur AP. Damals seien derartige hingekritzelte Listen auf einer Toilette gefunden worden.

Mit Informationen von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington, und Anne Demmer, ARD-Studio Mexiko-Stadt

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 04. August 2019 um 23:13 Uhr. Zudem berichtete über dieses Thema Deutschlandfunk am 05. August 2019 um 05:13 Uhr in der Sendung "Informationen am Morgen".

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