Touristen auf Mallorca | Bildquelle: dpa

Coronavirus Malle mit Maske

Stand: 13.07.2020 16:31 Uhr

Oben ohne nur am Strand: Auf den Balearen-Inseln gilt seit heute eine strenge Maskenpflicht. So will die Regionalregierung die Ausbreitung des Coronavirus verhindern - bloß kein zweites Ischgl, so die Devise.

Auf Mallorca und den anderen Baleareninseln ist wegen der Corona-Pandemie eine weitgehende Maskenpflicht in Kraft getreten. Im Freien muss künftig jeder ab sechs Jahren fast immer Nase und Mund bedeckt halten. Nur am Strand, am Pool, beim Essen und Trinken, in der Natur außerhalb von Ortschaften sowie beim Sport darf man Gesicht zeigen. Das geht aus einem im Amtsblatt veröffentlichten Dekret hervor.

Wer sich nicht an die Maskenpflicht hält, riskiert demnach ein Bußgeld von 100 Euro. In den ersten Tagen soll es jedoch zunächst nur Ermahnungen geben. Die Behörden hatten einige Ausnahmen angekündigt.

Die Überwachung dürfte auch haarig werden. So soll die Maskenpflicht zum Beispiel auch an der Theke gelten, wenn jemand länger nichts zu sich nimmt. Wie lange nicht? Die regionale Gesundheitsministerin Patricia Gómez appellierte auf eine entsprechende Frage bei einer Pressekonferenz nur mit einem Appell an das Verantwortungsbewusstsein der Menschen.

Mehrere Touristen posieren für ein Selfie neben der Kathedrale Santa Maria in Palma de Mallorca. | Bildquelle: dpa
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Mehrere Touristen posieren für ein Selfie neben der Kathedrale Santa Maria in Palma de Mallorca.

Warnung vor "zweitem Ischgl"

Mit der strengen Maskenpflicht hofft die Regionalregierung auch Exzesse wie vom vergangenen Wochenende zu unterbinden. Am Partystrand Ballermann hatten am Freitag Hunderte Touristen für Empörung gesorgt, die am Freitagabend unter Missachtung der Vorsichtsmaßnahmen feierten. Gesundheitsminister Jens Spahn äußerte sich mit Blick auf die Berichte aus Mallorca besorgt. "Wir müssen sehr aufpassen, dass der Ballermann nicht ein zweites Ischgl wird", sagte er in Berlin.

Regierung bleibt standhaft

Die einflussreiche Tourismusbranche, die für 35 Prozent der Einnahmen der vier Baleareninseln Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera sorgt, hatte noch versucht, die Maßnahme zu verhindern. Sie fürchtet, dass Deutsche und Briten die Insel meiden und angesichts der Auflagen doch lieber die zwar kühleren, aber dafür entspannteren heimischen Strände und Badeseen vorziehen könnten. Die Balearenregierung aber blieb standhaft.

Die Gesundheit der Urlauber und der Einheimischen habe Priorität, begründete die Präsidentin der Balearen-Regionalregierung, Francina Armengol, die Maskenpflicht. Das Coronavirus sei immer noch da und es wäre ungerecht, wenn die große Mehrheit, die sich verantwortungsbewusst verhalte, von wenigen Unvorsichtigen gefährdet werde.

Maskenpflicht in mehreren Regionen

Die Balearen folgen mit der Maskenpflicht dem Beispiel Kataloniens und der Extremadura. Auch andere spanische Regionen planen entsprechende Anordnungen. Bisher muss in anderen Teilen Spaniens im Freien nur dann eine Maske getragen werden, wenn der Sicherheitsabstand zu Fremden nicht eingehalten werden kann.

Unterdessen stoppte eine Richterin zunächst die für die katalonische Stadt Lleida und sieben umliegende Gemeinden ab heute bestehenden Ausgangsbeschränkungen. Die von der Regionalregierung angeordnete Maßnahme sei unverhältnismäßig, sagte sie zur Begründung. Regionalpräsident Quim Torra betonte, er akzeptiere die Entscheidung nicht und kündigte ein Dekret an, um die Ausgangsbeschränkungen durchzusetzen. Wegen steigender Infektionszahlen steht die Region Lleida schon seit einer Woche unter Quarantäne, Fahrten in und aus dem Gebiet sind weitgehend untersagt.

Spanien ist mit knapp 28.400 Corona-Toten und 250.000 Infizierten eines der am schwersten von der Pandemie getroffenen Länder Europas. Landesweit sind die Zahlen seit Mitte Mai stark gesunken. Seit dem Ende der Beschränkungen kommt es aber lokal zu neuen Corona-Ausbrüchen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Juli 2020 um 17:00 Uhr.

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