Hugh Masekela | Bildquelle: AFP

Trauer in Südafrika Jazzlegende Hugh Masekela gestorben

Stand: 23.01.2018 10:38 Uhr

Die südafrikanische Jazzlegende Hugh Masekela ist tot. Der Trompeter, Sänger und Anti-Apartheid-Aktivist starb im Alter von 78 Jahren in Johannesburg an Krebs.

Hugh Masekela, in den 1960er-Jahren berühmt gewordener Jazzmusiker aus Südafrika, ist tot. Er starb 79-jährig an Krebs. Seine Familie teilte in einer Twitter-Botschaft mit, Masekela sei nach einem "langen und mutigen Kampf" gegen die Krankheit gestorben.

Masekela war der wohl bekannteste Jazzmusiker Afrikas. Nicht zuletzt sein langjähriger Kampf gegen die Apartheid machte ihn zu einer legendären Figur in Südafrika. "Das Land hat einen einzigartigen Musiker verloren", erklärte Kulturminister Nathi Mthethwa. Seine zeitlose Musik habe die Herzen der Menschen höher schlagen lassen.

Musik gegen Apartheid

Masekela kam im Jahr 1939 in der Stadt Witbank (Südafrika) zur Welt. Mit 21 Jahren verließ er sein Geburtsland, um an der Manhattan School of Music in New York zu studieren. 1963 erschien sein Debütalbum "Trumpet Africaine", 1968 wurde seine Instrumental-Single "Grazin’ in the Grass" ein weltweiter Nummer-Eins-Hit.

Später veröffentlichte Masekela Songs wie "Soweto Blues" und "Bring Him Back Home (Nelson Mandela)", die zu Hymnen der Anti-Apartheid-Bewegung wurden und in seiner Heimat nicht gespielt werden durften.

Südafrikas Präsident Jacob Zuma erklärte, Masekela habe im Exil "die Flamme der Freiheit am Leben gehalten und Apartheid weltweit mit seiner Musik bekämpft". Sein Beitrag zum Befreiungskampf werde nie vergessen werden.

Hugh Masekela 2014 bei Elbjazz-Festival in Hamburg | Bildquelle: dpaiel Reinhardt/dpa
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Hugh Masekela 2014 bei Elbjazz-Festival in Hamburg

Rückkehr nach 30 Jahren Exil

In seiner fünf Jahrzehnte währenden Karriere veröffentlichte Masekela mehr als 40 Alben. Er arbeitete mit Künstlern wie Harry Belafonte, Paul Simon, Stevie Wonder und Miriam Makeba, mit der er kurzzeitig verheiratet war.

1990, nach dem Ende des Apartheid-Regimes, kehrte Masekela in seine Heimat zurück. Im Jahr 2004 veröffentlichte er seine Autobiographie "Still Grazin". 2010 eröffnete er die Fußballweltweisterschaft in Südafrika mit einem weltweit übertragenen Konzert in Johannesburg. Zu dem Zeitpunkt war er bereits an Krebs erkrankt. Jetzt starb er im Kreis seiner Familie.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. Januar 2018 um 10:00 Uhr.

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