Mark Hollis | Bildquelle: picture alliance / Photoshot

Zum Tod von Mark Hollis Trauer um Talk-Talk-Sänger

Stand: 26.02.2019 16:12 Uhr

"Such a shame" und "It's my life" - die Hits von Sänger und Songwriter Mark Hollis waren Synthie-Pop-Ohrwürmer in den 1980er-Jahren. Fans und Freunde trauern um den Talk-Talk-Frontmann, der mit 64 Jahren gestorben ist.

Der Tod des britischen Sängers und Frontmanns der Band Talk Talk, Mark Hollis, hat Bestürzung unter ehemaligen Weggefährten und Fans ausgelöst. Zahlreiche Musikerkollegen drückten ihre Wertschätzung für Hollis aus. Sein langjähriger Manager Keith Aspden hatte den Tod heute bestätigt.

"Traurigerweise ist es wahr", teilte Aspden mit. Hollis sei nach kurzer Krankheit, von der er sich nicht mehr erholt habe, gestorben. Er wurde 64 Jahre alt.

"Großer musikalischer Erneuerer"

"Wir werden uns an sein Talent erinnern, und seine Musik wird weiterleben", erklärte Sänger Simon Le Bon von Duran Duran auf Twitter. Er lobte Hollis als "einen der großen musikalischen Erneuerer".

Spandau-Ballet-Gitarrist Gary Kemp schrieb, Hollis habe "so viel hinterlassen, was uns bewegt". Laut Post-Punk-Band "The The" war er "für einige der besten Alben der 1980-er und frühen 1990-er Jahre" verantwortlich. Auch der Schauspieler Elijah Wood ("Herr der Ringe") twitterte, er sei traurig.

Britische Medien hatten am Montagabend über den Todesfall berichtet und sich dabei auf einen entfernten Familienangehörigen von Hollis und den früheren Talk-Talk-Bassisten Paul Webb berufen.

Webb, der sich als Solokünstler mittlerweile Rustin Man nennt, sagte, er sei "sehr geschockt und traurig". Er betonte: "Als Musiker war er ein Genie. Es war eine Ehre und ein Privileg, mit ihm in einer Band gewesen zu sein." Webb räumte ein, er habe den Ex-Bandkollegen seit Jahren nicht gesehen.

Der am 4. Januar 1955 im Londoner Stadtteil Tottenham geborene Sänger und Gitarrist hatte Talk Talk 1981 in London gegründet. Die Band nahm fünf Studioalben auf, darunter "It's My Life" (1984), das mit "Such A Shame", "Dum Dum Girl" und dem Titelsong einige ihrer bekanntesten Songs enthielt.

Streben nach Entschleunigung

Doch der schnelle, oberflächliche Ruhm, die Auftritte bei "Top of the Pops", die Videos, selbst die Aussicht, mit seiner Band Talk Talk zum Weltstar zu werden - all das reichte dem Briten irgendwann nicht mehr. Hollis strebte nach Entschleunigung, nach Abstraktion, nach klanglicher Raffinesse - mit einem Sound, der sich über Jazz und Neoklassik der Stille näherte.

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Mark Hollis: Zuerst Rock und Pop, dann änderte sich sein Stil hin zu einer stillen, avantgardistischen Musik.

So begründete er das neue Genre "Post-Rock" und beeinflusste große englische Bands wie Radiohead, Elbow oder Porcupine Tree. Mit den Talk-Talk-Alben "Spirit Of Eden" (1988) und "Laughing Stock" (1991) wurde Hollis zum Helden der Pop-Avantgarde.

1991 löste sich die Gruppe auf. Hollis veröffentlichte 1998 noch ein selbstbetiteltes Soloalbum. "Raum war schon immer wichtig für mich. Es ist besser, du spielst nur eine Note gut als zwei schlecht", sagte der Musiker zum Zeitpunkt des Solodebüts. Danach zog er sich aus dem Musikgeschäft und auch weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurück, weil er sich seiner Familie widmen wollte.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 26. Februar 2019 um 06:04 Uhr.

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