Das Schiff Mare Jonio vor der Küste Italiens. | Bildquelle: dpa

"Mare Jonio" vor libyscher Küste Sea-Watch patrouilliert mit neuem Schiff

Stand: 04.10.2018 20:17 Uhr

Die deutsche Organisation Sea-Watch ist mit einem neuen Schiff im Mittelmeer unterwegs. Die "Mare Jonio" fahre unter italienischer Flagge, so die Organisation. Die Besatzung soll Flüchtlingsboote ausfindig machen.

Die deutsche Organisation Seawatch nimmt mit einem neuen Schiff die Hilfseinsätze für Flüchtlinge vor der Küste Libyens wieder auf. Die "Mare Jonio" sei unter italienischer Flagge unterwegs zur libyschen Küste, schrieb die Organisation auf Twitter.

Anders als bei früheren Einsätzen wollen die Aktivisten Migranten aber nicht mehr selbst retten und ans Festland bringen: Vielmehr soll die Besatzung der "Mare Jonio" Flüchtlingsboote in Seenot ausfindig machen und sichern. Das neue Schiff von Sea-Watch misst 37 Meter und ist damit etwa halb so groß wie das bislang letzte im Mittelmeer aktive Flüchtlings-Rettungsschiff "Aquarius".

Crew aus Italien

Die "Mare Jonio" sei von Italien aus gestartet und werde vor Libyen im Einsatz sein, sagte Ruben Neugebauer, Sprecher der deutschen NGO Sea-Watch. Das Schiff "Mare Jonio" soll unter anderem Zeugenberichte sammeln und aufzeigen "wie Frauen, Männer und Kinder enormen Gefahren ausgesetzt sind", weil es keine Rettungsschiffe mehr gebe, hieß es in einer Mitteilung der Organisatoren. Das Schiff sei aber auch ausgerüstet, im Notfall Menschen aus Seenot zu retten, ergänzte Neugebauer.

Die "Aquarius 2" rettet im Mittelmeer Flüchtlinge von einem kleinen Boot. | Bildquelle: AFP
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Die "Aquarius 2" rettete im Mittelmeer Flüchtlinge von einem kleinen Boot.

Beteiligt an der Aktion sind mehrere italienische Organisationen, unterstützt wird es auch von der spanischen NGO Proactiva Open Arms. Die Crew komme aus Italien, sagte Neugebauer. Das Schiff soll am Samstag in der Such- und Rettungszone vor Libyen ankommen.

Zeit für ein italienisches Schiff

Die Regierung in Rom lässt keine privaten Rettungsschiffe mit Migranten mehr in die Häfen des Landes. Mehrere NGO-Boote wurden in den vergangenen Monaten tagelang auf dem Meer blockiert.

Aquarius 2 | Bildquelle: AFP
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Die "Aquarius" sucht weiter nach einem neuen Flaggenstaat.

"Es ist Zeit für ein italienisches Schiff", hieß es auf dem Twitter-Profil von "Mediterranea", ein weiteres Hilfsprojekt. Das Beobachtungsschiff des Projekts soll vor allem die "dramatische Lage" der Migranten auf der Flucht aufdecken, hieß es in einer Mitteilung der Organisatoren.

"Aquarius" sucht nach Flaggenstaat

Derweil kam das Rettungsschiff "Aquarius" in Marseille an und sucht weiter nach einem neuen Flaggenstaat. "Wir rufen die europäischen Regierungen auf, es uns zu ermöglichen, unsere lebensrettende Arbeit fortzusetzen, indem sie der Aquarius eine Flagge geben", teilte die Hilfsorganisation SOS Méditerranée mit. "Wir sind entschlossen, so schnell wie möglich zurück in den internationalen Gewässern des zentralen Mittelmeers zu sein."

Der bisherige Flaggenstaat Panama hatte angekündigt, das Schiff aus seinem Schifffahrtsregister zu streichen und ihm somit die Flagge zu entziehen. Wenn das geschieht, wäre das Schiff, das seit der Registrierung in Panama offiziell "Aquarius 2" heißt, bis auf Weiteres stillgelegt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 04. Oktober 2018 um 20:00 Uhr.

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