Paul Manafort | Bildquelle: AP

Trumps Ex-Wahlkampfchef 43 weitere Monate Haft für Manafort

Stand: 13.03.2019 18:30 Uhr

Der frühere Wahlkampfchef von US-Präsident Trump, Manafort, ist zu weiteren 43 Monaten Haft verurteilt worden. Nach dem bereits gefällten Urteil der vergangenen Woche muss er nun für insgesamt 7,5 Jahre ins Gefängnis.

Ein Gericht in der US-Hauptstadt Washington hat den früheren Wahlkampfmanager von Präsident Donald Trump, Paul Manafort, zu zusätzlich dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Urteil der Richterin Amy Berman Jackson sieht demnach weitere 43 Monate Haft für Manafort vor.

Die Haftstrafe muss er zusätzlich zu einer anderen Strafe aus der vergangenen Woche in Höhe von 47 Monaten verbüßen. In diesem Fall war Manafort wegen Steuer- und Bankenbetrugs verurteilt worden. Er muss damit insgesamt für siebeneinhalb Jahre ins Gefängnis - es sei denn, US-Präsident Trump würde ihn vorzeitig begnadigen, was er bislang offenließ.

In der Russland-Untersuchung gelogen

Die Vorwürfe in dem aktuellen Prozess standen im Zusammenhang mit Manaforts Lobbyarbeit für pro-russische Politiker in der Ukraine. Er hatte sich schuldig bekannt und ursprünglich dazu bereit erklärt, mit Sonderermittler Robert Mueller in der Russland-Untersuchung zu kooperieren. Nach Überzeugung des Gerichts belog er die Ermittler allerdings und verstieß damit gegen eine Vereinbarung zur Strafminderung.

Die Prozesse gegen Manafort hatten nicht direkt etwas mit dem Kern der Russland-Affäre um Trump zu tun, ergaben sich aber aus den Untersuchungen von Sonderermittler Mueller.

Paul Manafort steht hinter dem Podium vor einem Wahlkampfauftritt Donald Trumps | Bildquelle: AFP
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Paul Manafort bei einem Wahlkampfauftritt des heutigen Präsidenten Donald Trump. "Ich kann die Vergangenheit nicht rückgängig machen", sagte er nun.

Richterin stellte Reue infrage

"Es ist schwer, bei der Zahl der Lügen, dem Betrug und dem außergewöhnlichen Geldbetrag, der darin verwickelt ist, zu übertreiben", sagte Richterin Jackson vor ihrem Urteil an Manafort gewandt. Sie erwähnte seine Vergehen und jahrelangen Lügen und stellte infrage, ob er tatsächlich Reue empfinde. Manafort habe seine Lobbytätigkeit für die pro-russische Regierung in der Ukraine bewusst verschwiegen und versucht, auf andere Zeugen einzuwirken, während die Ermittlungen bereits liefen.

Kurz zuvor hatte der 69-Jährige eine Entschuldigung verlesen und um Milde gebeten. "Es tut mir leid, was ich getan habe." Die Anschuldigungen hätten ihm bereits alles genommen, Besitztümer, Geld, Lebensversicherung und Ersparnisse für Kinder und Enkel. Er bat das Gericht, auf eine weitere Haftstrafe zu verzichten, damit er mit seiner Frau leben könne. "Ich kann die Vergangenheit nicht rückgängig machen, aber ich werde sicherstellen, dass die Zukunft sehr anders verlaufen wird", versicherte er.

Unmittelbar nach dem Urteil wurde eine neue Anklage gegen Manafort in Manhattan bekannt. Es geht dabei um Hypothekenbetrug in Millionenhöhe, wie heute aus der Klage hervorging, die bereits am 7. März eingereicht worden, aber nicht öffentlich einsehbar war.

Mit Informationen von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Trumps Ex-Wahlkampfmanager Manafort muss 7 ½ Jahre ins Gefängnis
MArtin Ganslmeier, ARD Washington
13.03.2019 18:19 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 13. März 2019 um 18:00 Uhr.

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