Maltas Polizeichef Cutajar erklärte seinen Rücktritt (Archivbild). | Bildquelle: dpa

Tod von Caruana Galizia Maltas Polizeichef tritt zurück

Stand: 17.01.2020 16:57 Uhr

Die Aufarbeitung des Mordes an der Journalistin Caruana Galizia hat zu einem weiteren Rücktritt geführt: Maltas Polizeichef Cutajar legte sein Amt nieder. Er soll Korruptionsvorwürfe nicht verfolgt haben.

Im Zusammenhang mit der Aufarbeitung des Mordes an der Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia ist der Polizeichef von Malta zurückgetreten. In einer Mitteilung der Regierung hieß es, Lawrence Cutajar wolle dem neuen Premierminister Robert Abela die Möglichkeit für eine Polizeireform geben.

Cutajar war seit August 2016 im Amt. Seit der Ermordung Caruana Galizias gab es Rücktrittforderungen gegen ihn. Cutajar wird vorgeworfen, Korruptionsvorwürfe gegen Regierungsvertreter nicht verfolgt zu haben.

Die Bloggerin Caruana Galizia war im Oktober 2017 mit einer Autobombe ermordet worden. Sie hatte zu Korruption in Regierung und Geschäftswelt recherchiert. Ende vergangenen Jahres wurde der Geschäftsmann Yorgen Fenech angeklagt, hinter der Tat zu stecken. Er soll Kontakte zum damaligen Stabschef des Premiers Joseph Muscat gehabt haben. Muscat war in der Affäre zurückgetreten.

Ernennungsprozess soll reformiert werden

Caruana Galizias Sohn Paul erklärte, die Familie habe seit dem Mord nicht nur den Rücktritt des Polizeikommissars gefordert, sondern auch den Muscats und des Generalstaatsanwalts. Auf Twitter schrieb er: "Schaut, wie sie umfallen."

Der damalige Premier Muscat hatte sich geweigert, den Polizeichef abzusetzen. Sein Nachfolger Abela versprach nun, den Ernennungsprozess des Polizeichefs zu überprüfen. Der Posten wird bisher vom Premierminister besetzt, nicht vom Parlament.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. Januar 2020 um 15:45 Uhr.

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