David Malpass, neuer Weltbankchef. | Bildquelle: REUTERS

Frühjahrstagung mit dem IWF Neuer Weltbankchef unter Beobachtung

Stand: 12.04.2019 11:12 Uhr

Der neue Chef der Weltbank, der US-Amerikaner Malpass, ist erst seit kurzem im Amt. Er steht vor der Herausforderung, den Spagat zwischen den Interessen der USA und denen der anderen Mitglieder zu schaffen.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

David Malpass steht unter Beobachtung: Der neue Weltbank-Präsident sei ein Brandstifter, der jetzt die Feuerwehr leite, schimpfte zum Beispiel Gyunde Moore, früherer Minister und Entwicklungshilfeexperte aus Liberia. Der Chef der Hilfsorganisation "Save the Children" mahnte, Malpass müsse die Sorgen ernst nehmen und dürfe es nicht vermasseln.

Gestern präsentierte sich Malpass zum ersten Mal als Weltbank-Präsident der breiten Öffentlichkeit. "Es ist eine Ehre, als Präsident der Weltbank bei Ihnen zu sein. Ich bin dankbar, mit so einem starken Team talentierter Entwicklungs-Profis zusammenzuarbeiten."

Spagat zwischen Klimaschutz und amerikanischen Interessen

US-Präsident Donald Trump hatte ihn nominiert und den klaren Auftrag gegeben, amerikanische Interessen zu vertreten. Das ist ein Spagat, besonders deutlich beim Thema Klimawandel.

Trumps Regierung hält wenig von Klimaschutz. Für die Weltbank ist er ein zentrales Thema. Malpass sagte jetzt: "Wir müssen bedenken, dass der Klimawandel oft die größten Auswirkungen auf die ärmsten Leute hat. Die Bank hat Ziele in ihrem Klimawandel-Aktionsplan, erreichbare Ziele, wenn es darum geht, einige der Folgen des Klimawandels anzugehen."

Als Weltbank-Präsident muss Malpass Rücksicht nehmen auf seine Anteilseigner, die ein wichtiges Wort mitzureden haben. Deutschland zum Beispiel hat darauf gedrängt, dass mehr für den Klimaschutz getan wird.

Entwicklungsminister Gerd Müller ist für die Weltbank zuständig: Nicht zuletzt durch den Druck und die Vorgaben aus Deutschland und von den europäischen Partnern sei der Beschluss gefasst worden, Kohleprojekte nicht weiter zu finanzieren sondern die erneuerbaren Energien zu stärken.

Rhetorik angepasst

Weltbank-Beobachter haben festgestellt, dass Malpass seine Rhetorik angepasst hat. Kein Wort der grundsätzlichen Kritik mehr an multinationalen Organisationen. Minister Müller zeigte sich zufrieden. Malpass habe die richtigen Schwerpunkte gesetzt - "für viele überraschend als Amerikaner an der Spitze der Weltbank auch das Thema Klimaschutz".

US-Präsident Donald Trump hatte den neuen Weltbank-Chef David Malpass nominiert. | Bildquelle: dpa
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US-Präsident Donald Trump hatte den neuen Weltbank-Chef David Malpass nominiert.

Müller betonte, das sei die Überlebensfrage der Menschheit und hier müsse die Weltbank vorangehen. Das zweite Thema sei die Armutsbekämpfung. Malpass setze zudem verstärkt auf Privatinvestitionen und mehr Effizienz in internationalen Organisationen. "Also vier Schwerpunkte, wo wir ihn unterstützen."

Der Entwicklungsminister setzt sich für einen "Marshallplan" mit Afrika ein - das passt zu den Schwerpunkten von Malpass. Er hat den Kampf gegen extreme Armut in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt: "Unsere Mission ist klar und bedeutsam: Die Bank spielt eine besonders wichtige Rolle in armen Ländern, in denen die Abkühlung der Weltwirtschaft die Leute am härtesten trifft."

Die Weltbank hatte sich das Ziel gegeben, extreme Armut bis zum Jahr 2030 zu beenden. Malpass will das mit möglichst effektiven Programmen erreichen. Kritiker werden genau beobachten, wie das in der Praxis aussehen wird.

Trumps Weltbank-Präsident: Reaktionen auf David Malpass
Jan Bösche, ARD Washington
12.04.2019 11:22 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 12. April 2019 um 11:00 Uhr.

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