Mann mit Atemschutz vor Plastikmüll in Malaysia | Bildquelle: AP

Malaysia und China Bloß kein Plastikmüll

Stand: 20.01.2020 11:38 Uhr

Die asiatischen Ländern intensivieren ihren Kampf gegen Plastikmüll. Malaysia schickt wieder große Mengen illegal eingeführten Abfalls zurück in westliche Länder, und China greift zu einer weitreichenden Maßnahme.

Die Erkenntnis, dass nicht fachgerecht entsorgtes Plastik die Umwelt extrem belastet, ist nicht neu, blieb aber in vielen Ländern lange ohne Konsequenzen. In jüngster Zeit aber verstärken asiatische Staaten ihren Kampf gegen die Umweltverseuchung durch Plastik.

Malaysia schickt in diesen Tagen wieder eine große Menge illegal eingeführten Plastikmülls zurück in die Herkunftsländer. 150 Schiffscontainer mit 3737 Tonnen Abfall sind unterwegs etwa nach Frankreich, Großbritannien, in die USA und Kanada. 110 weitere würden demnächst folgen, 60 davon in die USA, teilte Umweltministerin Yeo Bee Yin mit.

In Malaysia hat sich die Einfuhr von Plastikabfällen von 2016 bis 2019 verdreifacht, schon im vergangenen Jahr wurden deshalb mehrfach Container wieder zurückgesandt. Ein Grund für den deutlichen Anstieg - den auch andere asiatischen Staaten wie Indonesien und die Phillippinen verzeichnen: China entschied 2018, kein gebrauchtes Plastik aus anderen Ländern mehr zu verarbeiten, um die eigene Umweltbilanz zu verbessern. Bis dahin hatte das Land große Mengen zu Recyclingzwecken eingeführt.

Kommt nicht in die Plastiktüte

Nun ging die Volksrepublik in ihrem Kampf gegen die Plastikflut noch einen Schritt weiter. Die Regierung verbot Plastiktüten in Supermärkten und den Einsatz von Einwegprodukten aus Kunststoff in Hotels und Restaurants - Besteck, Zahnbürsten oder Kämme zum Beispiel. Auch für Kurierdienste sollen strenge Vorschriften gelten.

Die Verfügung gilt in großen Metropolen ab Ende dieses Jahres, in kleineren Städten Ende 2022. Ende dieses Jahres werden auch Strohhalme aus Plastik landesweit verboten.

China ist der größte Hersteller von Plastik und hat einen Anteil von rund einem Drittel an der globalen Produktion. Da im Alltag viel Kunststoff verbraucht und dabei wenig recycelt wird, verschmutzt das Plastik die Landschaft und landet oft im Meer.

Mit dem Plan hofft die chinesischen Regierung, bis 2025 die Umweltverschmutzung mit Plastik "wirksam unter Kontrolle zu bringen" und die Menge von Plastikabfällen auf den Müllkippen wichtiger Städte "bedeutend zu reduzieren".

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 20. Januar 2020 um 12:45 Uhr.

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