Eine Luftaufnahme zeigt den Bus, der auf Madeira verunglückt ist. | Bildquelle: AFP

Madeira Deutsche Urlauber sterben bei Busunglück

Stand: 18.04.2019 05:36 Uhr

Trauer auf Madeira und in Deutschland: Auf der portugiesischen Insel stürzte ein Bus mit deutschen Urlaubern in die Tiefe. Mindestens 29 Menschen kamen ums Leben. Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein.

Nach dem schweren Busunglück mit 29 Toten und vielen Verletzten auf der portugiesischen Insel Madeira gehen heute die Bergungsarbeiten weiter. Bisherigen Erkenntnissen zufolge sind viele deutsche Urlauber unter den Opfern.

Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa erklärte, alle Opfer - Tote und Verletzte - seien nach seinen Informationen Deutsche. Von der deutschen Botschaft in Lissabon und dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es lediglich: Deutsche Urlauber seien unter den Opfern.

Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein. Die deutsche Botschaft stehe in engem Kontakt mit den portugiesischen Behörden auf Madeira, um die Identität der Opfer zu klären und den Verletzten beizustehen, twitterte das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amtes. Der Krisenstab ist den Angaben zufolge unter der Rufnummer 030-5000 3000 zu erreichen, besorgte Angehörige können sich unter dieser Nummer an das Auswärtige Amt wenden.

29 Tote nach Busunglück auf Madeira
Morgenmagazin, 18.04.2019, Sebastian Kisters, ARD Madrid

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Mehrere Flugzeuge nach Madeira geschickt

In den Krankenhäusern von Madeira kümmern sich Psychologen um die Verwandten der Opfer. Die portugiesische Regierung schickte mehrere Flugzeuge nach Madeira, um Schwerverletzte in Kliniken aufs Festland zu bringen. 

Das Unglück ereignete sich dem örtlichen Zivilschutz zufolge gegen 18.30 Uhr in der östlich von Funchal gelegenen Gemeinde Caniço. Der Fahrer hatte offenbar in einer Kurve die Kontrolle über den Bus verloren, der daraufhin einen Abhang hinunter in ein Wohnviertel stürzte. In portugiesischen Medien sei die Rede von einem technischen Problem - möglicherweise habe das Gaspedal geklemmt, berichtet ARD-Korrespondent Sebastian Kisters.

Auf Bildern war zu sehen, wie der weiße Reisebus völlig zerstört auf der Seite und teilweise auf einem roten Ziegeldach lag. Der Bus stürzte auf ein Haus, es soll an der Stelle keine Leitplanken gegeben haben.

Auf Madeira ist ein Reisebus mit deutschen Urlaubern in die Tiefe gestürzt. | Bildquelle: AP
galerie

Der Reisebus ist in der Gemeinde Caniço in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen und eine Böschung hinunter auf ein Wohnhaus gestürzt.

Mindestens 28 Verletzte

Insgesamt sollen mindestens 28 Menschen verletzt worden sein, darunter zwei Portugiesen, hieß es aus dem Krankenhaus in der Hauptstadt Funchal, in dem sie behandelt wurden. Wie viele Menschen genau an Bord waren, ist noch unklar. Die Nachrichtenagentur Lusa berichtete von insgesamt 51 Passagieren. Der Fahrer und der Reiseleiter sollen verletzt überlebt haben.

Portugals Ministerpräsident António Costa kondolierte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er sei bestürzt und übermittle der Kanzlerin "in dieser schweren Stunde" sein Bedauern, twitterte Costa. "Dies ist ein Moment des Schmerzes, aber auch der Solidarität", sagte Staatschef de Sousa dem Nachrichtensender SIC Noticias. Er wolle am Donnerstag mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprechen.

"Aufrichtiges Beileid"

Ein Vertreter der portugiesischen Regierung kondolierte dem deutschen Botschafter in Portugal. Der Vertreter Portugals für die Autonome Region Madeira, Ireneu Cabral Barreto, bedauere "den schweren Verkehrsunfall zutiefst" und spreche den Angehörigen der Opfer "aufrichtiges Beileid" aus, zitierte ihn die Zeitung "Observador".

Sebastian Kisters, ARD Madrid: Womöglich klemmendes Gaspedal als Unfallursache
Nachtmagazin 00:45 Uhr, 18.04.2019

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Mit Informationen von Oliver Neuroth, ARD-Studio Madrid

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 17. April 2019 um 00:48 Uhr und das ARD-Morgenmagazin am 18. April 2019 um 05:37 Uhr.

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