Frankreichs Präsident hat das Kabinett umgebildet. | Bildquelle: Julien de Rosa/EPA-EFE/REX/Shutt

Münchner Sicherheitskonferenz Macron verzichtet auf Treffen mit Merkel

Stand: 07.02.2019 20:04 Uhr

Frankreichs Präsident Macron hat seine Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz abgesagt. Die Absage habe aber nichts mit dem Streit um die EU-Gasrichtlinie zu tun, heißt es aus dem Élysée-Palast.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron reist nicht zur Münchner Sicherheitskonferenz im Februar. Er wolle sich in der Krise um die Protestbewegung der "Gelbwesten" ganz dem Bürgerdialog widmen.

Für die Gespräche, die bis zum 15. März dauern sollen, reist Macron derzeit durch das ganze Land. Ende Januar war Macron wegen der Proteste ebenfalls nicht zum Weltwirtschaftsforum nach Davos gereist.

Einem Sprecher der Konferenz zufolge sei die Absage bereits am vergangenen Freitag eingegangen. Aus Kreisen des Präsidialamtes in Paris hieß es, die Entscheidung liege sogar noch länger zurück und habe nichts zu tun mit dem aktuellen Streit über die EU-Gasrichtlinie. Dabei geht es um eine Änderung, die es der EU-Kommission ermöglichen würde, das Pipeline-Projekt Nord Stream 2 stärker zu regulieren. Frankreich unterstützt diese Änderung, Deutschland lehnt sie ab.

Angela Merkel Emmanuel Macron | Bildquelle: REUTERS
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Kein Treffen in München: Macron verzichtet auf die Teilnahme an der Sicherheitskonferenz.

"Europa zerbröselt nicht"

Ursprünglich war in München ein gemeinsamer Auftritt mit Bundeskanzlerin Merkel geplant. Das Treffen sollte der Höhepunkt der Sicherheitskonferenz werden. "Wir wollen zeigen, dass die EU nicht dabei ist zu zerbröseln", hatte Konferenz-Chef Wolfgang Ischinger Ende Januar dazu gesagt.

Macron wolle in Kürze neue Vorschläge zu einer Reform der EU machen, hieß es aus dem Élysée-Palast. Frankreich und Deutschland fordern unter anderem eine Neugestaltung der europäischen Wettbewerbsregeln. Die EU-Kommission hatte zuletzt die Bahnfusion zwischen Siemens und dem französischen Alstom-Konzern abgelehnt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 07. Februar 2019 um 18:15 Uhr und 22:00 Uhr in den Nachrichten.

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