Französische Soldaten auf der Champs-Elysees in Paris | Bildquelle: AFP

Nationalfeiertag in Frankreich Macron setzt auf europäische Verteidigung

Stand: 14.07.2019 16:34 Uhr

Frankreichs Nationalfeiertag stand ganz im Zeichen europäischer Verteidigung: Präsident Macron ließ eine Militärparade abhalten, um Stärke zu demonstrieren. Es kam zu Zusammenstößen zwischen Polizei und "Gelbwesten".

Bei den offiziellen Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag hat Frankreichs Präsident Macron die militärische Stärke Europas demonstriert. An der traditionellen Parade des Militärs auf den Champs-Élysées nahmen mehr als 4000 Soldaten teil - darunter auch 500 Soldaten der deutsch-französischen Brigade. Zudem beteiligten sich Hubschrauber der Bundeswehr an der Flugschau.

Zu der Parade reisten in diesem Jahr auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere EU-Staats- und Regierungschefs. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg war ebenfalls geladen. Die Kanzlerin erklärte, sie fühle sich "geehrt" durch die Einladung und nannte die Parade "eine große Geste in Richtung der europäischen Verteidigungspolitik". Sie sprach von einem "Zeichen für eine starke deutsch-französische Zusammenarbeit".

Auch der Kommandeur der deutsch-französischen Brigade, Bertrand Boyard, sagte, dass es eine große Ehre sei, bei der Parade wieder dabei zu sein. "Das passiert in diesem Ausmaß nicht jeden Tag. Das ist sehr selten, dass eine Brigade mit allen Truppenteilen teilnehmen darf", so Boyard.

Als besondere Attraktion wurde ein sogenanntes Flyboard Air präsentiert. Dabei handelt es sich um eine fliegenden Plattform mit Miniatur-Düsentriebwerken für einen Menschen. Künftig sollen diese Geräte militärisch genutzt werden.

Präsident Macron feiert und kündigt militärisches Weltraumkommando an
tagesthemen 23:40 Uhr, 14.07.2019, Mathias Werth, ARD Paris

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Zusammenstöße in Paris

Nach der Parade kam es in Paris zu Zusammenstößen zwischen den sogenannten Gelbwesten und der Polizei. Schon während der Parade hatten Mitglieder der Protestbewegung es geschafft, sich Zugang zu deb Champs-Élysées zu verschaffen. Dort pfiffen und buhten sie Macron aus.

Später errichteten schwarz vermummte Demonstranten in der Nähe des Triumphbogens Barrikaden aus Absperrgittern und zündeten Mülleimer an. Auf den Champs-Élysées setzten Polizisten Tränengas gegen einige hundert Protestierer ein, als diese versuchten, den wieder für den Verkehr freigegebenen Prachtboulevard zu blockieren.

Nach Angaben der Behörden wurden mindestens 152 Menschen festgenommen. Die Nachrichtenagentur dpa berichtet unter Berufung auf Justizkreise, zwei prominente "Gelbwesten"-Vertreter - Jerôme Rodriguez und Maxime Nicolle - seien in Polizeigewahrsam genommen worden. Die beiden sollen eine unerlaubte Demonstration organisiert haben.

Angela Merkel begrüßt Emmanuel Macron | Bildquelle: REUTERS
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Angela Merkel und Emmanuel Macron bei den Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag.

Interventionsinitiative der europäischen Verteidigung

Macron wollte mit den diesjährigen Feierlichkeiten ein Zeichen für eine gemeinsame Verteidigungspolitik in Europa setzen. Der Präsident hatte deshalb mehrere Staats- und Regierungschefs nach Paris eingeladen, deren Länder sich an der sogenannten Interventionsinitiative der europäischen Verteidigung beteiligen.

Frankreich, Deutschland und eine Reihe anderer EU-Staaten hatten sich im vergangenen Jahr auf die Militärallianz verständigt. Sie soll über eine deutlich engere Zusammenarbeit zwischen den Generalstäben zu einer schnelleren militärischen Reaktion in Krisenlagen führen. Dem rein europäischen militärischen Bündnis haben sich bisher zehn Staaten angeschlossen.

Den Vorschlag für die Interventionsinitiative hatte Macron gemacht. Er will mit dem Bündnis auch sicherstellen, dass die Atommacht Großbritannien nach dem geplanten EU-Austritt Teil einer europäischen Verteidigungsgemeinschaft bleibt.

Aufbau eines militärischen Weltraumkommandos

Am Vorabend der Feierlichkeiten in Paris hatte Macron auch den Aufbau eines militärischen Weltraumkommandos angekündigt. "Um die Entwicklung und Verstärkung unserer Fähigkeiten im Weltraum zu gewährleisten, wird im kommenden September ein großes Raumfahrtkommando innerhalb der Luftwaffe geschaffen", sagte Macron bei einer Rede vor Militärs in Paris. Der Weltraum sei ein "neuer Bereich der Konfrontation".

Emmanuel Macron | Bildquelle: AFP
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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will sicherstellen, dass die Atommacht Großbritannien Teil einer Verteidigungsgemeinschaft bleibt.

Er habe eine Änderung der Militärdoktrin genehmigt, die "uns in die Lage versetzten wird, uns im Weltraum und aus dem Weltraum zu verteidigen", sagte der Präsident. Der Aufbau einer gemeinsamen europäischen Verteidigung in Verbindung mit der NATO habe für Frankreich Priorität und sei der rote Faden der Feierlichkeiten an diesem 14. Juli, erklärte Macron.

Frankreich erinnert am 14. Juli an den Sturm auf die Bastille im Jahr 1789, der als symbolischer Beginn der Französischen Revolution angesehen wird. Seit 1980 ist der Vorzeigeboulevard Champs-Élysées Schauplatz des Militärspektakels.

Allons enfants! Junge Deutsche nehmen an Militärparade in Paris teil
Marcel Wagner, ARD Paris
14.07.2019 00:27 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Juli 2019 um 09:00 Uhr.

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