Macron vor US-Kongress | Bildquelle: REUTERS

Macron vor US-Kongress "Eine gemeinsame Vision für die Menschheit"

Stand: 25.04.2018 18:13 Uhr

Frankreichs Präsident Macron hat in seiner Rede vor dem US-Kongress vor Isolation und Rückzug gewarnt. Er warb für internationale Zusammenarbeit. Europa und die USA müssten die weltweiten Probleme gemeinsam lösen.

Der französische Staatschef Emmanuel Macron hat in einer Rede vor dem US-Kongress ein leidenschaftliches Plädoyer gegen den "Nationalismus" und für die globale Zusammenarbeit gehalten. Er warb für einen "starken Multilateralismus". Die USA forderte er dazu auf, an einem Ausbau und einer Neudefinition der internationalen Zusammenarbeit mitzuwirken. Die Vereinigten Staaten hätten den Multilateralismus einst begründet. Sie müssten nun helfen, "ihn zu bewahren und neu zu erfinden", sagte Macron.

Macron spricht vor dem US-Kongress | Bildquelle: dpa
galerie

Der französische Präsident betont vor dem US-Kongress die Gemeinsamkeiten der beiden Länder

Gemeinsam Probleme weltweit lösen

Europa und die USA müssten die weltweiten Probleme wie Terrorismus gemeinsam angehen, sagte Macron. So müssten internationale Organisationen wie die NATO oder die UN geschützt werden. "Wir können uns für Isolationismus, Rückzug und Nationalismus entscheiden. Das ist eine Option", gab Macron zu bedenken. Dies sei verführerisch, weil damit Ängste vorübergehend abgestellt würden. "Aber die Welt wird sich auch dann weiterentwickeln, wenn man die Tür zuschlägt."

Wenn die globale Gemeinschaft jetzt nicht mit Dringlichkeit handle, dann würden multilaterale Institutionen wie die UNO und die NATO "nicht länger existieren" und nicht mehr ihren "stabilisierenden Einfluss ausüben" können, so Macron. Seine Worte konnten als Mahnung an US-Präsident Donald Trump verstanden werden, der für eine weitgehende Konzentration der USA auf sich selbst eintritt.

Macron: "Es gibt keinen Planeten B"

Der französische Staatschef warb auch eindringlich für den globalen Umweltschutz und das Pariser Abkommen gegen die Erderwärmung. Trump hatte vergangenes Jahr den Ausstieg aus dem Abkommen angekündigt. Zusammen mit Unternehmenschefs und den örtlichen Kommunen solle "unser Planet wieder groß werden", sagte Macron. Durch die Verschmutzung der Meere, den ungebremsten CO2-Ausstoß und die Zerstörung der Artenvielfalt werde der Planet getötet. Es gebe jedoch keinen "Planeten B".

Macron betonte in seiner Rede: "Wir teilen eine gemeinsame Vision für die Menschheit." Man habe eine ganz besondere Beziehung zueinander. Macron erinnerte auch an die von Amerikanern und Franzosen geteilte Geschichte zweier Weltkriege.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. April 2018 um 18:00 Uhr.

Darstellung: