Der französische Politiker Mélenchon | Bildquelle: REUTERS

Wahlen in Frankreich Mélenchon warnt vor Le Pen

Stand: 01.05.2017 10:34 Uhr

Seine Empfehlung könnte in Frankreich die Präsidentschaftswahl entscheidend beeinflussen. Nun hat sich der Linksaußen-Politiker Mélenchon zumindest indirekt geäußert - indem er eindringlich vor der Rechtspopulistin Le Pen warnte: Sie zu wählen, würde einen "Flächenbrand" auslösen.

Der sozialistische Politiker Jean-Luc Mélenchon hat seine Anhänger davor gewarnt, in der Stichwahl die Rechtspopulistin Marine Le Pen zu wählen. In einem Interview mit dem Fernsehsender TF1 sagte er, es wäre ein "schrecklicher Fehler", der Kandidatin der Front National die Stimme zu geben. Mélenchon war in der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl ausgeschieden.

"Ich würde nicht den Front National wählen, ich bekämpfe den Front National", sagte der Linksaußen-Politiker. "Und ich sage zu allen, die mir zuhören: Begeht nicht den schrecklichen Fehler, eine Stimme für den Front National abzugeben, weil ihr das Land in einen Flächenbrand treiben würdet, dessen Ende niemand absehen kann."

Keine Wahlempfehlung für Macron

Ob er den Gegenkandidaten Emmanuel Macron wählt oder gar nicht wählen will, wollte Mélenchon allerdings nicht sagen. Im Gegenteil - im Interview ging er hart mit Macron ins Gericht und warf ihm vor, ihn zu "beleidigen". "Warum kommt er uns nicht entgegen?", fügte er hinzu. Le Pen versuche zumindest mit seinen Anhängern zu reden, so Mélenchon. In dem Zusammenhang forderte er Macron auf, seine Pläne einer weiteren Reform des Arbeitsgesetzes zurückzuziehen, damit sich die Linkswähler auf ihn zubewegen könnten. Macron gehe ein Risiko ein, "indem er sich so verhält, wie er es tut".

Mélenchon hatte es seit seiner Niederlage im ersten Wahlgang abgelehnt, eine Wahlempfehlung auszusprechen. Die rund sieben Millionen Wähler, die für ihn stimmten, könnten bei der Stichwahl eine wichtige Rolle spielen. Sie werden deswegen von Macron und Le Pen umworben. Mélenchons Sprecher Alexis Corbière hatte schon am Freitag gesagt, keine Stimme dürfe an die Front National gehen.

Mélenchon war in der ersten Wahlrunde am 23. April mit 19,6 Prozent der Stimmen auf dem vierten Platz gelandet. Die rechtspopulistische EU-Gegnerin Le Pen kam als Zweitplatzierte in die Stichwahl. Der parteilose, sozialliberale Proeuropäer Macron landete vorne und ist laut Umfragen Favorit für die zweite Wahlrunde am 7. Mai.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Mai 2017 um 02:00 Uhr.

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