Ein Polizeibeamter steht in Hongkong neben einem Plakat, auf dem der Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo zu sehen ist. | Bildquelle: AP

Nobelpreisträger ist todkrank Liu Xiaobo aus Haft entlassen

Stand: 26.06.2017 11:18 Uhr

Eigentlich hätte er noch drei Jahre im Gefängnis verbringen müssen: der chinesische Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo. Doch nun ist er vorzeitig freigelassen worden - wegen einer Krebserkrankung im Endstadium, teilte sein Anwalt mit.

Der chinesische Friedensnobelpreisträger und Dissident Liu Xiaobo ist nach Angaben seines Anwalts aus der Haft entlassen worden. Bei dem 61-Jährigen sei im Mai eine unheilbare Leberkrebserkrankung festgestellt worden, kurz darauf sei er aus medizinischen Gründen freigekommen, sagte sein Anwalt. Nun werde er in einem Universitätskrankenhaus in der Stadt Shenyang behandelt.

Ob ihm Besuche von Angehörigen gestattet werden, ist unklar.

Zu elf Jahren Haft verurteilt

Liu ist der bekannteste politische Gefangene Chinas. Seit Jahrzehnten setzt er sich für Demokratie und Menschenrechte in China ein. So saß der Literaturwissenschaftler schon nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989 in Peking mehrmals in Haft.

Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo | Bildquelle: AFP
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Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo: Der Stuhl von Liu Xiabo blieb leer

Später wurde er zum Ehrenvorsitzenden des chinesischen Pen-Clubs unabhängiger Schriftsteller und Mitverfasser der 2008 von 300 Intellektuellen unterzeichneten "Charta 08", in der demokratische Reformen gefordert werden. Im Jahr 2009 wurde er wegen "Untergrabung der Staatsgewalt" zu elf Jahren Haft verurteilt.

Ein Jahr später erhielt er den Friedensnobelpreis. Bei der Übergabezeremonie in Oslo blieb sein Stuhl leer. Seine Frau Liu Xia lebt seit damals praktisch unter Hausarrest in ihrer Wohnung in Peking.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Juni 2017 um 12:00 Uhr.

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