Ein Panzer in der libyschen Hauptstadt Tripolis steht auf der Straße. | Bildquelle: AFP

Libyen Heftiger Beschuss in Tripolis

Stand: 17.04.2019 01:52 Uhr

In Libyen werden die Kämpfe zwischen den Truppen des im Osten des Landes herrschenden Generals Haftar und der Regierung offenbar heftiger. In Tripolis sollen bei einem Raketenbeschuss mehrere Menschen getötet worden sein.

In der libyschen Hauptstadt Tripolis hat es mehrere Raketeneinschläge gegeben. Mindestens sieben heftige Explosionen erschütterten Tripolis, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Aus einem Stadtteil im Süden der Hauptstadt stiegen nach Angaben von Augenzeugen dichte Rauchwolken auf.

Laut Rettungskräften sollen zwei Menschen getötet worden sein. Dabei soll es sich um Zivilisten handeln. Vier weitere Menschen seien verletzt worden, so AFP.

Auch die Nachrichtenagentur Reuters meldete Artilleriebeschuss in Tripolis. Diesen Angaben zufolge wurden mindestens zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt. Einwohner der Innenstadt von Tripolis hätten berichtet, dass der Geschützdonner um Mitternacht intensiver als in den vorangegangenen Nächten gewesen sei.

In den Außenbereichen der Stadt festgefahren

Der abtrünnige libysche General Chalifa Haftar hatte Anfang April eine Offensive auf Tripolis gestartet. Der Vorstoß seiner Soldaten fuhr sich in den Außenbereichen der Hauptstadt fest. Seitdem dauern die Kämpfe dort an.

Bei den Gefechten wurden Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge bereits mehr als 174 Menschen getötet. Hunderte Menschen wurden verletzt. Die meisten Opfer seien Kämpfer der rivalisierenden Parteien. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen flohen bereits mehr als 18.000 Menschen aus der libyschen Hauptstadt.

Neue Resolution im Sicherheitsrat

In dem Konflikt stehen sich die Truppen der von den UN anerkannten Regierung, die ihren Sitz in Tripolis hat, und die Kämpfer der selbsternannten Libyschen Nationalarmee (LNA) unter der Führung des Generals Haftar gegenüber. Während westliche Staaten die Regierung in Tripolis unterstützen, bekennen sich Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten zu Haftar.

Bereits vor Beginn einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats am Dienstag hatten Medien übereinstimmend über einen neuen Resolutionsentwurf berichtet, der von Großbritannien eingebracht werden solle. Dieser sehe eine sofortige Waffenruhe in Libyen vor und fordere, "dass alle Parteien in Libyen die Situation sofort deeskalieren und sich zu einer Waffenruhe verpflichten".

Laut AFP wirft Großbritannien in der Resolution den Truppen von Haftar vor, mit ihrer Offensive die Stabilität in dem Land und die Chance für eine politische Lösung der Krise zu gefährden. Ob die neue Resolution eine Chance hat, ist jedoch fraglich. Auch die USA hatten wenige Tage nach Beginn der Offensive auf Tripolis per Resolution eine Waffenruhe gefordert. Diese wurde aber von Russland blockiert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. April 2019 um 07:15 Uhr.

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