Eine Straße mit zerstörten Häuserfronten in der ostlibyschen Stadt Benghazi. | Bildquelle: AFP

Libyen Mehr als 3000 Menschen auf der Flucht

Stand: 09.04.2019 04:27 Uhr

General Haftar setzt seinen Vormarsch auf Tripolis fort. Dabei stößt er jedoch vermehrt auf Widerstand. Die Lage für die Zivilbevölkerung spitzt sich zu. Die UN mahnt erneut ein sofortiges Ende der Kämpfe an.

Nach dem Luftangriff auf den einzig verbliebenen Flughafen der libyschen Hauptstadt Tripolis hat UN-Generalsekretär António Guterres die sofortige Einstellung aller Kampfhandlungen gefordert. Die Situation müsse deeskaliert werden, um einen umfassenden Konflikt zu verhindern, sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric in New York.

Dujarric sagte, es gebe für den Konflikt keine militärische Lösung. Alle Parteien seien aufgefordert, "unverzüglich einen Dialog über eine politische Lösung aufzunehmen". Der Sonderbeauftragte des Generalsekretärs in Libyen sei bereit, diesen Dialog zu erleichtern. Guterres verurteilte darüber hinaus den Angriff auf den Flughafen und machte dafür die sogenannte Libysche Nationalarmee (LNA) von General Chalifa Haftar verantwortlich.

Kämpfe zwischen Haftars Truppen und der libyschen Regierung dauern an
tagesschau 20:00 Uhr, 08.04.2019, Alexander Stenzel, ARD Kairo

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Rettungskräfte hilflos

Zuvor hatten die Vereinten Nationen mitgeteilt, dass bei den Kämpfen um die libysche Hauptstadt Tripolis bislang rund 3400 Menschen vertrieben worden sind. Aufgrund der Konflikte seien Rettungskräfte nicht in der Lage, Todesopfer zu bergen und Zivilisten zu versorgen, sagte die UN-Nothilfekoordinatorin für Libyen, Maria do Valle Ribeiro.

UN-Sprecher Dujarric erklärte in New York, die Vereinten Nationen hätten trotz ihrer Appelle für eine Waffenruhe "keine positiven Nachrichten" bekommen.

Zahl der Toten steigt auf mindestens 51

Zuvor war Tripolis' Flughafen Mitiga durch Gefechte lahm gelegt worden. In der vergangenen Woche starteten der abtrünnige General Chalifa Haftar und seine sogenannte Libysche Nationalarmee eine Offensive auf Tripolis. Ihm gegenüber stehen rivalisierende Milizen, die wiederum die international anerkannte Regierung stützen. Sie haben angekündigt, alle von Haftar eingenommenen Gebiete zurückzuerobern.

Seit Ausbruch der jüngsten Gefechte ist die Zahl der Toten - Zivilisten eingeschlossen - auf mindestens 51 gestiegen. Die Weltgesundheitsorganisation beklagte, unter den Toten seien zwei Ärzte, die bei dem Versuch ums Leben gekommen seien, verletzte Zivilisten in Sicherheit zu bringen. Angriffe auf Mediziner seien nicht zu akzeptieren und verschlimmerten die Situation für Zivilisten.

600 Migranten sitzen fest

Do Valle Ribeiro von den UN erklärte, in Tripolis seien Stromleitungen beschädigt worden. Falls die Gewalt anhalte, könne sich dort die Lage der Migranten in Auffanglagern verschlechtern. Ähnlich äußerte sich auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. In einer Haftanstalt im Viertel Ain Sara säßen mehr als 600 Migranten fest, darunter Frauen und Kinder, sagte der Projektkoordinator für Tripolis, Craig Kenzie. Die dort festgehaltenen Menschen seien besonders angreifbar, weil sie in einem "Kriegsgebiet" eingesperrt seien.

Neben den Migranten und Flüchtlingen hatte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini auch die libysche Bevölkerung im Blick. Alle Konfliktparteien müssten an den Verhandlungstisch mit den Vereinten Nationen zurückkehren, um sicherzustellen, dass das libysche Volk das bekomme, "was es wirklich will, nämlich Frieden und Stabilität für sein Land".

Internationale Mahnung verhallen

Ungeachtet der internationalen Warnungen gingen die Gefechte weiter. Am Montag wurde im Kampf um die Kontrolle über Tripolis der einzige funktionierende Flughafen der Hauptstadt aus der Luft beschossen. Ein Kampfjet habe auf die Einrichtung gezielt, hieß es auf der offiziellen Facebook-Seite des Airports Mitiga. Berichte über Todesopfer gab es zunächst nicht. Ein Mitarbeiter am Flughafen erklärte, nach dem Luftangriff seien vorerst alle Flüge von und ab Mitiga eingestellt worden. Der Airport liegt rund acht Kilometer östlich des Stadtzentrums.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. April 2019 um 20:00 Uhr.

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