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Treffen mit Lawrow zu Syrien Netanyahu fordert Abzug iranischer Truppen

Stand: 23.07.2018 22:33 Uhr

Der russische Außenminister Lawrow und Israels Ministerpräsident Netanyahu haben sich getroffen, um über die Lage in Syrien zu sprechen. Ein russisches Angebot zur Kontrolle iranischer Truppen lehnte Netanyahu ab.

Bei einem überraschenden Treffen haben der russische Außenminister Sergej Lawrow und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu die Lage in Syrien besprochen. Beide Seiten diskutierten nach Berichten israelischer Medien einen russischen Vorschlag, wonach alle Kräfte mit Verbindungen zum Iran einen Mindestabstand von 100 Kilometern zu den israelisch besetzten Golanhöhen einhalten müssten.

Netanyahu habe den Berichten zufolge bei dem Gespräch aber darauf bestanden, dass längerfristig alle iranischen Truppen und ihre Verbündeten aus ganz Syrien abziehen müssten. Außerdem müsse der Iran alle Raketen mit großer Reichweite und seine Flugabwehr aus Syrien entfernen.

An dem Treffen nahmen auch der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow sowie Israels Außenminister Avigdor Lieberman und Generalstabschef Gadi Eisenkot teil. Schon zuvor hatte Netanyahu bekräftigt: "Israel besteht darauf, dass das Entflechtungsabkommen mit Syrien weiter respektiert wird, so wie es jahrzehntelang respektiert wurde, bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien." Israel werde weiterhin gegen jeglichen Versuch des Irans und seiner Verbündeten vorgehen, sich dauerhaft militärisch in Syrien zu etablieren.

Israel befürchtet Vorrücken iranischer Kräfte

Zu einem 1974 mit Syrien geschlossenen Waffenstillstandsabkommen gehört eine entmilitarisierte Zone an der Grenzlinie zu den israelisch besetzten Golanhöhen. Die syrischen Regierungstruppen hatten Ende Juni mit russischer Unterstützung ihre Offensive im Süden Syriens begonnen. Nach dem Abzug von Tausenden Rebellen und ihren Familien hat die syrische Regierung die Kontrolle über weite Teile der umkämpften südlichen Provinz Kunaitra übernommen.

Israels Regierung beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Sie will verhindern, dass mit Syrien verbündete iranische Kräfte bis an die Grenze vorrücken. Israel drängt Russland, den iranischen Einfluss in Syrien zu begrenzen. Für Moskau ist Teheran aber ein Partner in der Unterstützung für den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Nach eigenem Bekunden könne Moskau auch das enge syrisch-iranische Verhältnis kaum beeinflussen.

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