Rettungshubschrauber im Skigebiet Schnalstal, nachdem dort eine tödliche Lawine niedergegangen war | Bildquelle: AP

Tödliche Lawine in Südtirol "Es ist ein tragisches Unglück"

Stand: 29.12.2019 18:30 Uhr

Der Betreiber hatte die Teufelsegg-Piste in Südtirol freigegeben, es sah nach einem perfekten Skitag aus. Warum sich dennoch eine tödliche Lawine lösen konnte, muss nun die Staatsanwaltschaft klären.

Von Sarah Zerback, ARD-Studio Rom

Eine Lawine, mitten auf einer gesicherten Piste, damit rechnen die wenigsten Skifahrer. Und so wurde auch die Gruppe aus Deutschland überrascht, die gegen Samstagmittag im Schnalstal bergab fuhr, als sich über ihr Schneemassen lösten - 200 Meter breit und fast einen Kilometer lang. 

"Der Wind ist der größte Risikofaktor bei Lawinen und so war es auch in diesem Fall - wobei der schon besonders war, denn die Pisten sind eigentlich sicher", sagte Walter Milan, Sprecher der italienischen Bergrettung, dem italienischen Fernsehen. "Aufpassen müssen aber vor allem diejenigen, die den Berg nicht gut kennen."

Die Lawine hatte sich auf knapp 3000 Metern Höhe gelöst. Nicht nur der Wind, sondern auch die steigenden Temperaturen hätten den Abgang begünstigt, besonders an einem so steilen Hang wie diesem, so Milan.

Opfer aus Thüringen und NRW

Fünf Menschen wurden bei dem Unglück verletzt, drei von ihnen starben: Eine 35 Jahre alte Soldatin aus Thüringen und ihre siebenjährige Tochter, sowie ein siebenjähriges Mädchen aus Nordrhein-Westfalen überlebten das Unglück nicht. Deren Vater und Bruder wurden verletzt in ein Krankenhaus gebracht. 

Drei Deutsche bei Lawinenunglück in Südtirol getötet
tagesschau24 09:00, 29.12.2019

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Die kleine Gemeinde Schnals in Südtirol ist geschockt. Bürgermeister Karl Josef Rainer zeigte sich tief betroffen: "Ich spreche den Familien mein Beileid aus. Es ist ein tragisches Unglück, das passiert ist bei uns. Und die Rettungskräfte haben schnell reagiert, haben alles Mögliche getan."

Rund einhundert Kräfte von Bergrettung und Feuerwehr waren mit Hubschraubern, Spürhunden und Ortungsgeräten im Einsatz. Die Sorge, es könnten sich weitere Vermisste unter den Schneemassen befinden, bestätigte sich jedoch am Morgen nach dem Unglück nicht.  

Lawinenursache weiter unklar

Wie genau es zu dem tödlichen Vorfall überhaupt kommen konnte, das versuchen die Behörden nun herauszufinden. Die Staatsanwaltschaft Bozen machte sich ein Bild vor Ort und ermittelt - gegen wen und wegen was, das ist noch unklar.

Der Betreiber des Skigebiets hatte die Abfahrt im Vorfeld als sicher eingestuft, eine Lawinengefahr habe seiner Einschätzung nach nicht bestanden. Er vermutet, Skifahrer abseits der Piste könnten die Lawine ausgelöst haben. Die italienische Polizei hält das nach ersten Erkenntnissen jedoch für unwahrscheinlich.

Toter bei weiterer Lawine in den Dolomiten

Dass Lawinen über Skipisten abgehen, passiert trotz aller Sicherheitsvorkehrungen immer wieder. Nur wenige Stunden nach dem Unglück im Schnalstal wurden vier Skifahrer in den Dolomiten von einer Lawine erfasst, einer von ihnen kam ums Leben. Wie die Zeitung "La Repubblica" berichtete, handelt es sich dabei um einen 28-Jährigen aus der Nähe von Trient. Ein weiterer Skifahrer wurde mit dem Hubschrauber in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht, die anderen beiden blieben unverletzt. 

Lawinenunglücke in Südtirol - Tageszusammenfassung
Sarah Zerback, ARD Rom
29.12.2019 17:57 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 29. Dezember 2019 um 18:07:00 Uhr.

Darstellung: