Beerdigung von Corona-Opfern in Mexiko | Bildquelle: REUTERS

Brasilien und Mexiko So viele Corona-Tote wie noch nie

Stand: 04.06.2020 14:30 Uhr

Innerhalb eines Tages sind in Brasilien und Mexiko so viele Opfer der Corona-Pandemie gemeldet worden wie noch nie zuvor. In beiden Ländern starben jeweils mehr als 1000 Menschen nach einer Infektion.

In Lateinamerika kostet die Corona-Pandemie immer mehr Menschen das Leben. Sowohl die Behörden in Mexiko als auch in Brasilien meldeten binnen eines Tages so viele Todesopfer wie nie zuvor.

Das mexikanische Gesundheitsministerium spricht inzwischen von insgesamt mehr als 11.700 Todesopfern, die infolge einer Infektion mit dem neuartigen Virus gestorben sind. Allein in den vergangenen 24 Stunden seien landesweit fast 1100 weitere Todesfälle gemeldet worden und damit 470 mehr als noch tags zuvor. Derzeit seien in Mexiko mehr als 101.200 bestätigte Infektionen bekannt.

Trotz der steigenden Opferzahl hob die Landesregierung zum Wochenbeginn einige Einschränkungen gegen die Ausbreitung des Virus auf. So durften einige Betriebe, die nicht als essenziell gelten, ihre Arbeit wieder aufnehmen. Präsident Andrés Manuel López Obrador spricht von einer "neuen Normalität", zu der sein Land finden müsse.

Mehr als eine halbe Million Infektionen in Brasilien

In Brasilien gaben die Behörden laut der Nachrichtenagentur AFP sogar an, dass innerhalb eines Tages fast 1350 Menschen starben, die positiv auf das Virus getestet worden waren. Das sind so viele Opfer wie nie zuvor in so kurzer Zeit. Damit stieg die Zahl der Corona-Toten in dem Land nach Angaben der Johns Hopkins-Universität auf mehr als 32.500 an. Mehr als 584.000 Einwohner hätten sich bisher mit dem Virus infiziert. Damit ist Brasilien hinter den USA das Land mit den weltweit meisten Corona-Fällen.

Behörden ordnen eigenmächtig Ausgangssperre an

Noch am Montag hatte die Weltgesundheitsorganisation gemahnt, dass der Höhepunkt der Pandemie in den Ländern Süd- und Mittelamerikas noch nicht erreicht sei. Trotzdem bleibt die brasilianische Regierung unter Präsident Jair Bolsonaro auf ihrem Kurs, sich strikt gegen harte Auflagen im Kampf gegen die Krise zu stellen. Der Staatschef hatte sich wiederholt gegen Ausgangssperren ausgesprochen und das Virus als "kleine Grippe" heruntergespielt.

In einigen Teilen des Landes weichen erste Behörden jedoch eigenmächtig von dieser Einstellung ab. So gilt im brasilianischen Bundesstaat Bahia seit Mittwoch eine Ausgangssperre.

Sowohl in Brasilien als auch in Mexiko dürfte die Zahl an Infizierten aber noch deutlich höher liegen, da beide Länder nicht genügend Kapazitäten besitzen, um die eigene Bevölkerung ausreichend auf das Coronavirus zu testen.

Brasilien erreicht wieder Rekordwert an Corona-Toten pro Tag
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires
04.06.2020 15:27 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Juni 2020 um 14:00 Uhr.

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