ine neue Erruption des Cumbre Vieja auf La Palma. | REUTERS

Cumbre Vieja auf La Palma Flüge wegen neuer Eruption gestrichen

Stand: 24.09.2021 21:26 Uhr

Der Vulkan auf La Palma ist weiter aktiv und spuckt dicke Wolken mit schwarzer Asche kilometerweit in die Höhe. Nun wurden alle Flüge von und zu der Insel gestrichen, die zum Katastrophengebiet erklärt werden soll.

Nach einer erneuten Eruption des Vulkans auf La Palma sind alle Flüge von und zu der Kanareninsel gestrichen worden. Die insgesamt sieben Flüge der Fluggesellschaften Binter, Canaryfly und Iberia seien abgesagt worden, teilte die spanische Flughafenbetreibergesellschaft Aena mit. Es waren die ersten gestrichenen Flüge, seitdem der Cumbre Vieja am Sonntag zum ersten Mal seit 50 Jahren ausgebrochen war. 

Der Vulkan hatte bei der erneuten Eruption eine dicke Wolke schwarzer Asche ausgestoßen, die bis zu sechs Kilometer in die Höhe aufstieg. Laute Explosionen waren zu hören und ein neuer Spalt tat sich auf, aus dem geschmolzenes Gestein austrat.

Weitere Evakuierungen

Die Rettungsdienste ordneten die Evakuierung von zahlreichen Menschen aus drei Dörfern an. Aufgrund der "aktuellen eruptiven Phase" bestehe ein "erhöhtes Risiko für die Bevölkerung", teilte die Regionalregierung mit. Einsatzkräfte zogen sich vorsichtshalber aus dem Gebiet zurück. Die Einwohner eines weiteren Dorfs durften sich nur noch in Innenräumen aufhalten.

Eine Rauchsäule und pyroklastisches Material, das der Vulkan ausspuckt. | AFP

Eine Rauchsäule und pyroklastisches Material, das der Vulkan ausspuckt, ist vom Stadtteil Todoque in Los Llanos de Aridane auf der Kanareninsel La Palma zu sehen. Bild: AFP

Das nationale geografische Institut teilte mit, der Hauptlavastrom in Richtung Meer habe sich verlangsamt und komme nur noch einen Meter pro Stunde voran. Die Lava zerstörte nach Angaben des Erdbeobachtungsprogramms der EU inzwischen fast 400 Gebäude im Westteil der Insel, die von fast 85.000 Menschen bewohnt wird. Sie habe sich über 180 Hektar verteilt und 14 Kilometer der Straßen blockiert. Seit Beginn des Ausbruchs mussten sich bereits 7000 Menschen in Sicherheit bringen und ihre Häuser verlassen. Die regionalen Behörden schätzen den Schaden auf weit über 400 Millionen Euro.

La Palma wird Katastrophengebiet

Spanien will die von einem Vulkanausbruch betroffene Kanareninsel La Palma zum Katastrophengebiet erklären und einen umfangreichen Wiederaufbauplan verabschieden. Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte bei einem Besuch auf La Palma ein Maßnahmenpaket an, um der Insel wieder aufzuhelfen und "Existenzen wieder aufzubauen". Die spanische Regierung werde Hilfen für den Wiederaufbau von Häusern und öffentlicher Infrastruktur wie Straßen, Schulen und Bewässerungssystemen bereitstellen. Außerdem solle die Tourismusindustrie der Insel unterstützt werden, sagte Sánchez.

Laut dem kanarischen Vulkanforschungsinstitut Involcan können die Eruptionen noch zwischen drei und zwölf Wochen andauern.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 24. September 2021 um 18:01 Uhr.