Kinder spielen in einem Zelt in einem Lager für Binnenflüchtlinge im Jemen | AFP

UN zu Konfliktländern Jedes dritte Kind kann nicht zur Schule

Stand: 19.09.2018 09:26 Uhr

In Krisen- und Konfliktländern kann jedes dritte Kind keinen Schulunterricht besuchen. Insgesamt sind laut einer UNICEF-Studie weltweit etwa 100 Millionen Kinder betroffen.

Von Kai Clement, ARD-Studio New York

Wenn ein Land von einem Konflikt oder einer Katastrophe getroffen wird, dann sind es die Kinder und jungen Menschen, die gleich doppelt zu Opfern werden. Das sagt Henrietta Fore, die Chefin des UN-Kinderhilfswerkes.

Kai Clement

Denn kurzfristig bedeute es: zerstörte Schulen - oder dass Soldaten die Gebäude besetzten und zweckentfremdeten. Langfristig würden die Kinder und ihre Länder immer wiederkehrende Armut erleben.

Schüler in einem Flüchtlingslager in Mogadishu | AFP

Diese Kinder in einem Binnenflüchtlingslager in Mogadischu werden mit Unterstützung von UNICEF von Freiwilligen unterrichtet. Bild: AFP

Insgesamt 104 Millionen Kinder weltweit, so rechnet UNICEF in seiner jüngsten Studie vor, gingen wegen Kriegen oder Naturkatastrophen nicht zur Schule. Das treffe damit jedes dritte Kind in diesen Ländern.

Am schlimmsten sei die Lage im Niger, der Zentralafrikanischen Republik, dem Südsudan und Eritrea. Afrikanische Länder belegen die ersten zehn Plätze der UNICEF-Liste.

"Gestohlene Zukunft"

Und noch eine Zahl aus dem Bericht: Jeder fünfte zwischen 15 und 17 habe in diesen Gebieten überhaupt noch nie eine Schule besucht. Eine "gestohlene Zukunft", nennt das Kinderhilfswerk seine Ergebnisse. UNICEF hat seinen Bericht kurz vor der nächste Woche beginnenden UN-Generaldebatte der Staats- und Regierungschefs veröffentlicht.

Schüler in einem Flüchtlingslager in Somalia | AFP

Unterricht in einem Lager für Binnenflüchtlinge in Mogadischu. Die UNICEF unterstützt Studenten, die die Kinder unterrichten. Bild: AFP

Die UN-Organisation hofft auf politischen Rückhalt und vor allem auf mehr Geld für Schule und Ausbildung - gerade und auch in solchen Risikoländern. Denn: Nur knapp vier Prozent, bemängelt UNICEF, der weltweiten humanitären Gelder werden bislang für Erziehung ausgegeben. Man stehe an womöglich an einem Wendepunkt der Geschichte, glaubt UNICEF-Chefin Fore.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. September 2018 um 10:00 Uhr.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

avatar
meta1960 19.09.2018 • 13:59 Uhr

@ Sisyphos3 um 11:57

Ihr Kommentar: "es braucht kein Hochschulstudium nicht mal Abitur um zu verstehen, dass man sich keine 10 Kinder anschafft, wenn man nur 2 ernähren kann und Kondome sind in vielen Staaten kostenlos aber eigentlich nicht meine Sache ! ich bevormunde niemanden jeder sollte aber auch die Verantwortung für sein Handeln selber tragen" Wollen Sie damit sagen, dass es überflüssig ist, in mehr Bildung zu investieren? Man hat den Eindruck, dass Ihnen der Rest der Welt herzlich egal ist, so lange es Ihnen selbst gut geht. Eine solche Haltung können Sie haben, wir leben in einem freien Land. Ich hoffe, weder Sie noch Ihre Familie kommen jemals in eine Situation, in der Sie die Solidarität anderer benötigen. Das würde mit Ihrem Selbstverständnis, dass "jeder die Verantwortung für sein Handeln selber tragen sollte", erheblich kollidieren.