Google Logo | Bildquelle: AFP

Unerlaubte Standortermittlung Klage gegen Google eingereicht

Stand: 20.08.2018 21:28 Uhr

Weil Google angeblich unerlaubt den Standort von Smartphone-Nutzern speichert, wird der Konzern in den USA nun verklagt. Hauptziel von Google sei es, Handynutzer "heimlich zu überwachen", heißt es.

Wegen angeblich dauerhafter Standortermittlung von Millionen Smartphone-Nutzern drohen Google juristische Konsequenzen. In einer Klageschrift werden dem Internet-Riesen Irreführung und Verletzung der Privatsphäre vorgeworfen.

Trotz Deaktivierung der Option "Standorthistorie" werde der Standortverlauf gespeichert, heißt es in dem Dokument. Hauptziel von Google sei es, Handynutzer "heimlich zu überwachen" und dies auch dritten Parteien zu erlauben. Angestrebt wird eine Sammelklage.

Vorausgegangen waren Recherchen der Nachrichtenagentur AP. Demnach speichern mehrere Google-Apps und -Webseiten die Nutzerortung, selbst wenn der Nutzer die Standorthistorie ausgestellt hat.

Neue Angaben, alte Praxis

Nach dem AP-Bericht änderte der Konzern die Angaben zu seinen Ortungsdiensten, aber nicht die Praxis. Eine Hinweisseite zur Standorthistorie weist seitdem darauf hin, dass ein Abstellen dieser Einstellung nicht zwangsläufig dafür sorgt, dass auch andere Ortungsdienste keine Daten mehr sammeln. Einige Ortungsdaten könnten trotzdem in anderen Diensten gespeichert werden. Zuvor hatte es auf der Hinweisseite geheißen, mit ausgeschaltetem Ortungsdienst würden die Orte nicht länger gespeichert, an denen man sich befinde.

Die Klage wurde am Freitagabend im Bundesgericht in San Francisco eingereicht. Google wollte sich dazu nicht äußern. Auch von der Kanzlei, die den Kläger aus San Diego vertritt, war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. August 2018 um 09:45 Uhr.

Darstellung: