Asylbewerber stehen an der US-Grenze zu Mexiko Schlange | Bildquelle: AP

Grenze zu Mexiko US-Behörden trennen Kinder von ihren Eltern

Stand: 16.06.2018 03:24 Uhr

Null Toleranz ist die Linie unter Präsident Trump. Im Zuge dessen trennen US-Behörden Kinder von ihren Eltern, die einen illegalen Grenzübertritt von Mexiko in die USA versuchen.

Von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

Tränen, Klammern, verzweifelte Rufe nach Mama oder Papa - das ist immer öfter Alltag an der US-Grenze zu Mexiko. Seit einigen Wochen wird hier härter durchgegriffen als je zuvor. Null Toleranz ist die Linie der Trump-Regierung. Das heißt, dass Kinder von ihren Eltern häufig getrennt werden, wenn sie illegal in die USA kommen. Hunderte von ihnen sind jünger als 13 Jahre alt.

Natalia Cornelio vom Texas Civil Rights Project wird häufig Zeuge solcher Situationen. "Eine der Frauen, mit der ich heute gesprochen habe, hat mir erzählt, dass sie gerade ihre Tochter gestillt hat, als die Regierung ihr ihr Kind weggenommen hat", sagt Cornelio. "Als sie Widerstand leistete, wurden ihr Handschellen angelegt."

US-Behörden trennen Kinder von ihren Eltern
tagesschau 20:00 Uhr, 16.06.2018, Verena Bünten, ARD Washington

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In Heime oder Pflegefamilien gebracht

Die Eltern kommen ins Gefängnis. Die Kinder werden in Heime oder Pflegefamilien gebracht. Mehr als 11.000 Kinder sind derzeit im staatlichen Gewahrsam. Mehr als 1000 leben in einem ehemaligen Supermarkt, der in ein Kinderheim mit Klassenräumen und Basketballplätzen umgewandelt wurde.

Anfang Mai hatte Justizminister Jeff Sessions die scharfen Maßnahmen gegen Familien angekündigt. Und er hat sie gerade noch einmal gerechtfertigt: "Illegal in die USA zu kommen, ist ein Verbrechen. In der Bibel Römer 13 heißt es, man solle die Gesetze der Regierung achten, weil Gott die Regierung zu seinem Zweck eingesetzt hat."

Ein Kind blickt durch einen Stahlzaun, der die U.S. und Mexiko trennt. | Bildquelle: REUTERS
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In Tijuana, Mexiko, blickt ein Kind durch Zaun an der Grenze zu den USA. Fast 2000 Kinder sind in den vergangenen sechs Wochen von ihren Familien getrennt worden.

Trennung soll der Abschreckung dienen

Die schonungslose Trennung von Eltern und Kindern soll der Abschreckung dienen. Fast 2000 Kinder sind nach Angaben der Regierung unter US-Präsident Donald Trump in den vergangenen sechs Wochen von ihren Familien getrennt worden.

Die Zahl der Strafverfolgungen ist deutlich gestiegen, sagt der von Trump eingesetzte Bezirksstaastsanwalt Ryan Patrick aus Texas. "Wir haben unsere Zahlen locker verdoppelt im Vergleich zu vor zwei Monaten", so Patrick.

Kinderärzte schlagen Alarm

Kirchen protestieren, die Trennung von Eltern und Kindern sei unmenschlich. Kinderärzte schlagen Alarm. Die Kinder würden traumatisiert, ihre Entwicklung langfristig beeinträchtigt.

Colleen Kraft, Präsidentin der amerikanischen Vereinigung von Kinderärzten, besuchte eines der Lager. "Ein Mädchen, das nicht älter als zwei Jahre sein konnte, hat geweint und geheult", sagte sie dem Radiosender NPR. "Sie hat geschrien, und keiner konnte ihr helfen. Und es ist klar, warum sie geweint hat. Sie hatte ihre Eltern nicht, die sich um sie kümmern, sie trösten konnten."

Der Grenzzaun in Südkalifornien. An den grauen Stellen haben Schmuggler den Zaun durchgeschnitten. | Bildquelle: N. Markwald/ ARD
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Der Grenzzaun in Südkalifornien. An den grauen Stellen haben Schmuggler den Zaun durchgeschnitten.

Unter Vorwand abgeholt

Manchmal werden Kinder offenbar unter dem Vorwand abgeholt, dass sie gebadet werden, und ihre Eltern sehen sie danach nicht wieder. Pramila Jayapal, Abgeordnete der Demokraten im Repräsentantenhaus, besuchte rund 200 Frauen, die festgehalten werden. Viele von ihnen hätten Asyl beantragt, sagt sie. "Die Hälfte oder mehr hat Kinder, von denen sie zwangsweise getrennt wurden. Sie hatten keine Chance sich zu verabschieden. Die meisten Mütter wissen nicht, wo die Kinder sind und sie haben nicht mit ihnen gesprochen seitdem", so Jayapal.

Auch viele unbegleitete minderjährige Kinder, die die Grenze überqueren, kommen in die Lager. Sie sind zum Bersten voll. Trumps Republikaner wollen mit einem Gesetzesentwurf das Einwanderungsproblem lösen. Dem Präsidenten geht das aber nicht weit genug. Er hat schon angekündigt, dass er es nicht unterschreiben wird, sollte das Gesetz nächste Woche eine Mehrheit im Kongress bekommen. Trump fordert stattdessen einmal mehr Geld für eine Mauer zu Mexiko.

Einwanderungspolitik in den USA wird derzeit auf dem Rücken von Kindern gemacht.

Trump-Regierung trennt illegale Migranten von ihren Kindern
Martina Buttler, ARD Washington
16.06.2018 07:09 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 16. Juni 2018 Inforadio um 07:30 Uhr und tagesschau24 um 09:00 Uhr.

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