Tausende kamen zum "Marsch der Gleichheit" in Kiew | Bildquelle: REUTERS

Kiew Tausende demonstrieren für Gleichberechtigung

Stand: 17.06.2018 15:02 Uhr

Beschützt von einem Großaufgebot der Polizei haben in Kiew Tausende für Respekt und die Rechte Homosexueller demonstriert. Unter ihnen waren internationale Gäste. Mehr als 50 Störer wurden festgenommen.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben bei einem "Marsch der Gleichheit" Tausende für die Rechte Homosexueller demonstriert.

Unter den Demonstranten waren der deutsche Staatsminister Michael Roth, die Grünen-Europapolitikerin Rebecca Harms sowie die Botschafter der USA und Kanadas. Auch eine Delegation aus der Partnerstadt München nahm teil.

Die Veranstalter zählten etwa 5000 Menschen - doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Die Behörden sprachen von 3000 Teilnehmern.

Rechtsradikale Störer

Etwa 5000 Einsatzkräfte sicherten den Demonstrationszug ab. Rund 150 Gegendemonstranten einer rechtsradikalen Gruppe blockierten die Veranstaltungsroute vor Beginn des Marschs. Aus der Gruppe wurden mehrere Benzinkanister auf die Polizisten geworfen. Fünf Beamte mussten laut Polizei medizinisch behandelt werden. Mehr als 50 Menschen wurden festgenommen. Neben rechten Gruppierungen demonstrierten auch zahlreiche Menschen, die als "Verteidiger traditioneller Familienwerte" auftraten. 

Im Vorfeld hatte sich vor allem die Ukrainische Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats für ein Verbot des Marsches ausgesprochen. Dieser findet in Kiew seit 2013 jährlich statt. Nur im Jahr 2014 wurde er aus Sicherheitsgründen abgesagt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. Juni 2018 um 17:00 Uhr.

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