saudi-arabische Botschaft in Istanbul | Bildquelle: AP

Getöteter Journalist Falsche Fährte mit Khashoggi-Double?

Stand: 23.10.2018 00:11 Uhr

Im Fall Khashoggi dringen weitere mutmaßliche Details an die Öffentlichkeit: Ein Double soll rund um den Tatzeitpunkt gesichtet worden sein. Türkische Medien sehen in dem Fall direkte Verbindungen zum saudischen Kronprinzen.

Der Fall Khashoggi ist um eine weitere Facette reicher: Aufnahmen der Überwachungskamera von den Momenten rund um die Tötung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi zeigen laut US-Sender CNN offenbar einen Mann, der in der Kleidung des Opfers in Istanbul herumläuft. CNN strahlte die Aufnahmen aus und zitierte türkische Behördenangaben, dass es sich bei dem Mann um ein Double gehandelt habe.

Das Double soll einem saudi-arabischen Team angehört haben, das für das Attentat nach Istanbul geschickt worden sei. Der Mann soll über den Hinterausgang des saudi-arabischen Konsulats in Istanbul mit einem Komplizen nach draußen gegangen sein. Er soll ein Taxi zur berühmten Sultan-Ahmed-Moschee genommen haben, wo er sich in einer öffentlichen Toilette Khashoggis Kleidung ausgezogen habe. Der staatliche Sender TRT berichtete, dass ein Mann, der in das Konsulat gegangen sei, das Gebäude in der Kleidung des Getöteten verlassen habe. Eine Bestätigung für die Meldungen gibt es aber nicht.

Skepsis an Saudi-Arabiens Version

Sollte dies zutreffen, könnte es die These untermauern, dass Saudi-Arabien den Tod vertuschen wollte. Das Königreich hatte seit seinem Verschwinden am 2. Oktober behauptet, Khashoggi habe das Konsulat lebend verlassen.

Am 20. Oktober erklärte Riad schließlich, Khashoggi sei während eines Besuchs im Konsulat bei einer "Schlägerei" getötet worden. Türkische Medien berichteten da schon seit Wochen, dass der Journalist im Konsulat gefoltert und getötet worden sei.

US-Finanzminister in Riad

Derweil traf US-Finanzminister Steven Mnuchin mit dem saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in Riad zusammen. Bei dem Treffen betonten beide die "Bedeutung der strategischen Partnerschaft zwischen den USA und Saudi-Arabien", wie die saudiarabische Nachrichtenagentur SPA mitteilte. Das Gespräch fand hinter verschlossenen Türen statt.

Mnuchin befindet sich derzeit auf einer Nahostreise. Seine Teilnahme an der Investorenkonferenz Future Investment Initiative, die am Dienstag in Riad beginnt, hatte er wie viele andere westliche Politiker und Unternehmer Reaktion auf die Tötung Khashoggis abgesagt. 

Auch US-Präsident Donald Trump erklärte unterdessen, dass er "nicht zufrieden" sei mit der offiziellen Stellungnahme Riads zur Tötung Khashoggis. Es werde aber "sehr bald" Klarheit darüber herrschen, ob die saudiarabische Darstellung der Wahrheit entspreche, sagte er. 

Khashoggis Stories - Vermächtnis von Khashoggi
Mittagsmagazin, 22.10.2018, Daniel Hechler, ARD Kairo

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Was wusste der Kronprinz?

In Istanbul wurden fünf Zeugen von mehreren Staatsanwälten verhört, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Dabei handele es sich um Konsulatsmitarbeiter. Im Zentrum der Ermittlungen stehen derzeit die 15 Saudi-Araber, die nach Istanbul geschickt worden sein sollen, um Khashoggi zu töten.

Laut "Yeni Safak" standen sie unter dem Kommando von Maher Abdulasis Mutreb, der den Kronprinzen als Leibwächter wiederholt auf Auslandsreisen begleitete. Demnach rief Mutreb vier Mal bin Salmans Büroleiter, Bader al-Asaker, an. Mindestens ein Anruf sei vom Büro des Konsuls in Istanbul erfolgt. Neben al-Asaker sei auch eine US-Nummer angerufen worden, die bin Salmans Bruder Chaled bin Salman gehören könnte, der Botschafter in Washington ist.

Saudi-Arabien ist seit Tagen bemüht, den Kronprinzen von dem Fall abzuschirmen. Außenminister Adel al-Dschubeir hatte betont, die Verantwortlichen für den "Mord" an Khashoggi würden bestraft. Zugleich versicherte er aber, es habe sich um eine "nicht-autorisierte Operation" gehandelt, über die der Kronprinz  "nicht informiert" gewesen sei.

Politische Folgen im Fall Khashoggi
Mittagsmagazin, 22.10.2018, Michael Stempfle, ARD Berlin

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Beileid des Königshauses

Inzwischen hat das saudische Königshaus dem Sohn Khashoggis in Telefonaten sein Beileid ausgedrückt. Sowohl Kronprinz bin Salman als auch König Salman hätten den Sohn, Salah, angerufen, berichtete die staatliche saudische Nachrichtenagentur Spa.

Nach Angaben Spas sollen bisher 18 Staatsangehörige festgenommen worden sein. Zudem seien zwei Berater des Kronprinzen entlassen worden: der Vizechef des Geheimdienstes, Ahmed al-Asiri, sowie der für Medienangelegenheiten zuständige Saud bin Abdullah al-Kahtani.

Allerdings bezeichnet sich Al-Kahtani bei Twitter nun als Präsident des Verwaltungsrates der saudischen Föderation für Cyber-Sicherheit, Programmierung und Drohnen. Auf der Internetseite der Föderation heißt es, dass sie unter dem Dach des saudischen olympischen Komitees arbeitet.

Das Auswärtige Amt hat inzwischen den Botschafter des Königreichs zu einem Gespräch ins Ministerium gebeten. Dabei soll dem Botschafter die deutsche Position zu dem Fall dargelegt werden.

Doppelgänger von Khashoggi aufgetaucht
Christian Buttkereit, ARD Istanbul
22.10.2018 19:11 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 22. Oktober 2018 das ARD-Mittagsmagazin um 13:00 Uhr und Deutschlandfunk um 17:00 Uhr in den Nachrichten.

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