Eine Illustration der NASA zeigt das Weltraumteleskop Kepler. | Bildquelle: REUTERS

Nach neun Jahren im All "Kepler" ist jetzt Rentner

Stand: 31.10.2018 10:33 Uhr

Neun Jahre lang war "Kepler" auf der Suche nach Planeten - jetzt ging dem Weltraumteleskop wie erwartet der Treibstoff aus. "Kepler" gleitet nun still durchs All - die Forscher haben schon einen Nachfolger.

Nach rund neun Jahren im All hat das Weltraumteleskop "Kepler" seinen Dienst eingestellt. Ihm ging - wie von der US-Raumfahrtbehörde NASA erwartet - der Treibstoff aus. Das Teleskop sei deswegen in den Ruhestand entlassen worden. "Kepler" soll künftig in seiner sicheren Umlaufbahn um die Sonne bleiben.

"Die Zeit ist gekommen", schrieb NASA-Manager Thomas Zurbuchen auf Twitter. "Danke, dass du unseren Blick auf das Universum verändert hast." Das Teleskop - benannt nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler - war 2009 in die Erdumlaufbahn gebracht worden. Es sollte Planeten außerhalb unseres Sonnensystems suchen und hat seitdem mehr als 2600 Planeten und Hinweise auf weitere entdeckt. Unter ihnen sind Planeten, die ähnlich groß wie die Erde sind und Leben beherbergen könnten.

"Tor für die Menschheit geöffnet"

"Dank 'Kepler' konnte gezeigt werden, dass 20 bis 50 Prozent aller im Nachthimmel sichtbaren Sterne wahrscheinlich von theoretisch bewohnbaren, erdähnlichen Planeten umkreist werden", erklärte die NASA. "Jetzt wissen wir, dass Planeten überall sind", sagte der frühere NASA-Forscher William Borucki, der das Originalforschungsteam von "Kepler" leitete. Das unbemannte Weltraumobservatorium habe "das Tor für die Menschheit geöffnet, den Kosmos zu erforschen".

Die Auswertung aller Daten, die "Kepler" lieferte, dürfte noch Jahre dauern. Zuletzt konnten die Forscher noch eine große Menge Informationen herunterladen. "Keplers" Nachfolger ist das Raumfahrzeug "Tess". Es startete bereits im April ins All und soll ebenfalls Planeten außerhalb unseres Sonnensystems ausfindig machen. Dabei soll es vor allem um Sterne gehen, die relativ nah an der Erde liegen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Oktober 2018 um 08:00 Uhr und Inforadio um 07:03 Uhr.

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