Artur Mas | Bildquelle: AFP

Katalonien Haus von Ex-Regionalpräsident beschlagnahmt

Stand: 13.12.2017 02:27 Uhr

Kurz vor der Regionalwahl in Katalonien greift die spanische Justiz gegen die Unabhängigkeitsbefürworter hart durch: Der Rechnungshof ordnete an, das Haus von Ex-Regionalpräsident Mas zu beschlagnahmen. Grund sind Kosten für die Volksbefragung im Jahr 2014 zur Unabhängigkeit.

Im Konflikt um die Unabhängigkeit Kataloniens hat der spanische Rechnungshof die Beschlagnahmung des Hauses des früheren katalanischen Regionalpräsidenten Artur Mas angeordnet. Auch die privaten Besitztümer ehemaliger Mitarbeiter von Mas wurden beschlagnahmt. Das Gericht begründete dies mit einem Urteil vom September, das Mas und acht Ex-Mitarbeiter zur Zahlung von rund fünf Millionen Euro verpflichtete.

Francesc Homs | Bildquelle: AFP
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Betroffen sind das Privathaus von Mas in Barcelona und die Hälfte des Hauses seines früheren Sprechers Francesc Homs (hier im Bild).

Damit sollten die katalanischen Regionalpolitiker für die Kosten einer Volksbefragung über eine mögliche Unabhängigkeit aufkommen, die sie 2014 in Regierungsverantwortung organisiert hatten und das von der spanischen Zentralregierung als illegal eingestuft wurde. Weil Mas und seine Mitverurteilten nur 2,9 Millionen Euro aufbringen konnten, ordnete das Gericht nun die Beschlagnahmungen an.

Betroffen sind das Privathaus von Mas in Barcelona und die Hälfte des Hauses seines früheren Sprechers Francesc Homs. Auch Besitztümer von drei früheren Ministern aus Mas' Kabinett wurden beschlagnahmt. Mas, der von 2010 bis 2016 katalanischer Regionalpräsident war, hatte dem Urteil die juristische Legitimation abgesprochen und es als Versuch der Einschüchterung von Unabhängigkeitsbefürwortern kritisiert.

Ermittlungen gegen Regionalregierung ausgeweitet

Ein weiterer spanischer Richter ordnete die Ausweitung der Ermittlungen gegen Parteigänger der kürzlich entmachteten Regionalregierung von Carles Puigdemont an. Die Anordnung betrifft die Führungsspitze von Puigdemonts Partei und der linksgerichteten ERC, die ebenfalls für die Unabhängigkeit eintritt. Unter den Betroffenen ist auch ERC-Listenführerin Marta Rovira.

Carles Puigdemont | Bildquelle: AP
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Gegen Puigdemont und viele seiner Mitstreiter laufen bereits Ermittlungen.

Am 21. Dezember findet in Katalonien eine Regionalwahl statt. Gegen Puigdemont und viele seiner Mitstreiter laufen bereits Ermittlungen. Die spanische Justiz wirft ihnen Rebellion, Aufwiegelung und Veruntreuung öffentlicher Gelder vor.

Trotz eines Verbots durch das Oberste Gericht Spaniens hatte die katalanische Regierung am 1. Oktober ein Referendum über eine Abspaltung von Spanien abgehalten. Ende Oktober rief das Parlament in Barcelona die Unabhängigkeit und die "Katalanische Republik" aus. Madrid übernahm daraufhin die direkte Kontrolle über die halbautonome Region und setzte Puigdemont und dessen Regierung ab.

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