Ein Mann steht am Rande eines überfluteten Gebietes in Gatineau, Kanada. | Bildquelle: REUTERS

Ottawa-River Wie Kanada gegen das Hochwasser kämpft

Stand: 29.04.2019 08:18 Uhr

Fontänen aus dem Waschbecken, weggespülte Autos, Tausende Sandsäcke: Kanada kämpft mit verheerendem Hochwasser. Tausende mussten ihre Häuser verlassen. Schon vor zwei Jahren gab es starke Überschwemmungen.

Von Kai Clement, ARD-Studio New York

Weiß schäumt die Gischt auf dem tosenden Wasser. Die Flutmassen scheinen fast schon die Fahrbahn der Chaudière-Brücke über den Ottawa-River zu erreichen. Die ist aus Sicherheitsgründen nun geschlossen - sie ist eine von fünf Brücken, die von Kanadas Hauptstadt Ottawa aus über den Fluss hinweg ins benachbarte Gatineau führt. Wenigstens sei die Hilfsbereitschaft der Menschen enorm, so eine Anwohnerin. Im Notfall seien schnell Helfer zur Stelle.

Der Ottawa-River hat ein neues Allzeithoch erreicht. Das gaben die kanadischen Behörden bekannt. Die Höchststände betreffen die Hauptstadt Ottawa aber auch weitere Regionen und gehen damit über Werte der verheerenden Flut von vor zwei Jahren hinaus.

Schwere Überschwemmungen im Osten Kanadas
tagesschau 16:00 Uhr, 29.04.2019

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"Das ist schwer zu ertragen"

Niederschmetternd sei das, sagt eine Anwohnerin in Aylmer dem Sender CBC. Schließlich habe man erst von zwei Jahren eine ähnliche Situation erlebt. Auch damals erfassten verheerende Überflutungen die Region. Das Örtchen Aylmer liegt direkt am Ufer des Ottawa-Flusses. Sandsack-Barrieren umringen die Häuser. Generatoren knattern, um Pumpen anzutreiben. "Das ist hart anzusehen. Meine Mutter, mein Bruder und ich, wir kamen hierher um uns eine Zukunft aufzubauen. Wenn dann so etwas passiert, das ist schwer zu ertragen."

Der Ottawa-River ist über weite Gebiete der Grenzfluss zwischen Provinzen Québec und Ontario, die besonders von den Überschwemmungen betroffen sind. Ottawa und die Millionenmetropole Montréal haben neben weiteren Orten den Notstand ausgerufen, um Hilfsmaßnahmen besser koordinieren zu können. Über 5000 Freiwillige würden helfen, sagte ein Behördenvertreter aus Ottawa. Die Armee ist im Einsatz.

Auch Premier Justin Trudeau half beim Füllen der Sandsäcke. "Wenn wir erst einmal sicher durch diese Saison der Frühjahrsflut hindurch sind, dann brauchen wir eine Debatte darüber, wie es weitergehen soll", sagt er. Die Lage mache klar, wie wichtig der Kampf gegen den Klimawandel sei.

Überschwemmungen in Kanada | Bildquelle: ANDRE PICHETTE/EPA-EFE/REX
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Tausende Menschen rund um Montreal mussten die Region verlassen.

Behörden gehen von steigendem Pegelstand aus

Nach einem Deichbruch in einem Vorort von Montréal mussten Tausende ihre Häuser verlassen. Ein Anwohner sagte, das Wasser sei aus seinem Waschbecken und einem Abfluss im Boden förmlich herausgeschossen. Ein anderer erklärte, er habe nun nichts mehr. Das Wasser stehe über einen halben Meter hoch in seinem Haus. Québecs Premier Francois Legault hat angekündigt, seine Provinzregierung werde umgehend eine Million kanadische Dollar an das Rote Kreuz geben, damit den Evakuierten geholfen werden könne. Seine Ministerin Geneviève Guilbault sagte, schon ersten Erhebungen zufolge habe das Wasser mehr als 2500 Häuser erreicht.

Die Behörden gehen davon aus, dass der Ottawa-River seinen Höchststand immer noch nicht erreicht hat. Ursache ist eine Mischung aus starken Regenfällen und Schneeschmelze.

Ottawa-River erreicht neues Allzeithoch
Kai Clement, ARD New York
29.04.2019 06:47 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. April 2019 um 20:00 Uhr.

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