Vom libyschen Küstenschutz aufgegriffene Flüchtlinge im Hafen von Tripoli. | Bildquelle: REUTERS

Nach Sklaverei-Berichten Kanada nimmt 750 Flüchtlinge aus Libyen auf

Stand: 07.02.2019 08:29 Uhr

Ein Bericht des US-Senders CNN hatte 2017 aufgedeckt, dass Flüchtlinge in Libyen unter menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten wurden. Nun reagiert Kanada.

Kanada wird 750 Flüchtlinge aufnehmen, die in Libyen wie Sklaven gehalten wurden. Das kündigte der kanadische Einwanderungsminister Ahmed Hussen an. "Bislang haben wir mehr als 150 von ihnen aufgenommen, und innerhalb von zwei Jahren werden 600 weitere nach Kanada kommen," sagte Hussen, der selbst ein früherer Flüchtling aus Somalia ist.

Libyen ist ein wichtiges Transitland für Flüchtlinge, die von dort aus über das Mittelmeer nach Euopa gelangen wollen. In dem nordafrikanischen Krisenstaat, in dem seit 2011 immer wieder bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen, werden sie allerdings häufig unter menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten. Als 2017 Reporter des US-Nachrichtensenders CNN nach Libyen reisten, berichteten sie von Migranten, die auf Märkten wie Sklaven verkauft wurden, oft für wenige hundert Euro. Die Reportage sorgte weltweit für Entsetzen - und animierte auch den kanadischen Einwanderungsminster zum Handeln.

Die Welt sei damals "schockiert" gewesen, sagte Hussen nun. Kanada arbeite deshalb mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR zusammen, um Flüchtlinge nach Kanada zu bringen und ihnen eine neue Heimat zu bieten. Sein Land wolle darüberhinaus auch 100 Flüchtlinge aus dem Niger aufnehmen, die in Flüchtlingslagern in Libyen gerettet worden seien, so Hussen. Einige von ihnen seien Opfer von Menschenhändlern gewesen.

Über dieses Thema berichteten am 14. Dezember 2018 WDR5 in der Sendung "Neugier genügt" um 10:04 Uhr und am 07. Februar 2019 der BR sowie Deutschlandfunk um 12:00 Uhr in den Nachrichten.

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