USA, Big Sur: Feuerwehrleute überwachen einen kontrollierten Brand | Bildquelle: dpa

Waldbrände an US-Westküste "Unheimlich, verrückt, schrecklich"

Stand: 12.09.2020 09:07 Uhr

Die Busch- und Waldbrände in Kalifornien gehören zu den Schlimmsten, die es je gab. Mehr als 12.500 Quadratkilometer sind von den Feuern betroffen. Und nicht nur Kalifornien, die gesamte Westküste der USA brennt.

Von Katharina Wilhem, ARD-Studio Los Angeles

Rosario Anguiano lebt in Monrovia, einem Vorort von Los Angeles. Von ihrem Haus aus kann sie normalerweise die Berge des Angeles National Forests sehen. Doch das so genannte "Bobcat Feuer", das dort wütet, bedeckt die Hügel mit einem dichten Nebel. "Es ist sehr unheimlich, denn es sieht aus, als wäre es bewölkt, aber man realisiert, dass es eben Rauchwolken sind."

Jetzt rieche schon ihr ganzes Haus nach Rauch, klagt Anguiano. "Dieses ganze Jahr ist so verrückt. Normalerweise tragen wir hier ja normale Masken - die würde ich gern gegen professionellere Gesichtsmasken gegen den Rauch eintauschen, aber wegen der Corona-Pandemie bekommt man sie nirgends. Es gibt kein richtiges Wort, um dies alles zu beschreiben. Es ist schrecklich."

Mindestens 26 Tote bei Bränden an US-Westküste
tagesschau 20:00 Uhr, 12.09.2020

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Los Angeles: glutroter Himmel

Auch einige Kilometer weiter, inmitten der Großstadt Los Angeles, erleben die Menschen die Folgen der Waldbrände hautnah, wie beispielsweise Fotograf Jay Horton, der in Hollywood lebt: "Mein Auto war mit Asche bedeckt, die Sonne sieht aus, als würde sie auf- oder untergehen, die Augen fangen nach fünf Minuten an zu brennen - es ist verrückt!"

Die nahegelegenen Brände vor den Toren von Los Angeles, verursachen ungesunde Atemluft und Ascheregen. Dass man selbst in L.A. die Sonne seit Tagen kaum sieht, liegt allerdings an den Bränden im Norden des Bundesstaats und im Nachbarbundesstaat Oregon. Der dort freigesetzte Rauch wandert höher in die Atmosphäre, bedeckt größere Teile Kaliforniens, und durch diesen Rauch sieht die Sonne wie durch einen Filter ungewöhnlich rot aus.

USA, Sausalito: Ein Anwohner geht in vom Rauch der Waldbrände geschwängerter Luft mit seinem Hund spazieren. | Bildquelle: dpa
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USA, Sausalito: Ein Anwohner geht in vom Rauch der Waldbrände geschwängerter Luft mit seinem Hund spazieren.

Portland: Kampf gegen Falschnachrichten

Die gesamte Westküste der USA ist von Wald- und Buschbränden betroffen. Allein im Bundesstaat Oregon sind 500.000 Menschen dazu aufgerufen worden, sich auf die Evakuierung ihrer Häuser vorzubereiten. Fünf Ortschaften sind in großen Teilen zerstört worden. Die Brände bedrohen die Vororte von Portland.

Die heftigen Proteste, die seit mehr als einhundert Tagen Portland in Atem halten, und die Spannungen zwischen linken und rechten Gruppen behindern nun sogar die Evakuierung. Wie das FBI vermeldet, gibt es Falschnachrichten, die in Sozialen Netzwerken verbreitet werden. In diesen heißt es, dass entweder  linke oder rechte extreme Gruppen die Brände verursacht hätten. Die örtliche Polizei sah sich gezwungen klarzustellen, dass dies nicht der Wahrheit entspreche. 

Experten: Brände Folge des Klimawandels

14.000 Feuerbekämpfer sind in Kalifornien im Einsatz, um Menschen zu retten und die Brände einzudämmen. Dass es in diesem Jahr besonders heftig ist, überrascht viele Umweltexperten nicht. Char Miller, Professor für Umweltanalyse am Pomona College, sagte dem Radionetzwerk NPR, die Entwicklung gehe seit 40 Jahren in diese Richtung: "Die Erwartung ist, dass es im weiteren Verlauf dieses Jahrhunderts so bleibt. Und wir können natürlich viel davon mit dem Klimawandel in Verbindung bringen. Der Klimawandel ist zwar ein langfristiger Prozess,  aber ich denke tatsächlich, wir können ihn in diesen Bränden sehen." Der Gouverneur des Bundesstaates, Gavin Newsom, sprach von einem klaren Zeichen, dass der Klimawandel real sei, die Auswirkungen spüre man jetzt in Kalifornien.

Die kommenden Tage sollen für die Feuerwehrleute etwas bessere Bedingungen bringen, der Wind soll nachlassen. Trotzdem bleibt die Feuerbekämpfung schwierig, das weiß auch Rosario Anguiano. Der Brand vor ihrer Haustür sei bisher nur zu sechs Prozent gelöscht - und Experten rechneten damit, dass das Feuer erst Mitte Oktober vollständig erloschen sein könnte, erzählt sie schockiert: "Das ist noch einen Monat hin!"

Brände in Kalifornien mit traurigem Rekord
Katharina Wilhelm, ARD Los Angeles
12.09.2020 09:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 12. September 2020 tagesschau24 um 09:00 Uhr und MDR Aktuell um 09:12 Uhr.

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