Feuerwehrmänner in der Nähe des Bobcat-Feuers bei Los Angeles | AFP

US-Westküste Zahl der Toten bei Waldbränden steigt

Stand: 11.09.2020 15:47 Uhr

Die verheerenden Waldbrände im US-Bundesstaat Kalifornien erreichen Rekordgröße - dabei ist die Saison noch lange nicht vorbei. In Butte County fanden die Einsatzkräfte sieben Leichen. Mehrere Menschen werden noch vermisst.

Ein im Norden Kaliforniens wütender Waldbrand hat mindestens zehn Menschen das Leben gekostet. Es seien sieben weitere Leichen gefunden worden, teilte das Sheriff-Büro in Butte County mit. 16 Menschen würden noch vermisst und mindestens vier seien mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht worden.

Insgesamt kamen durch die Feuer, die entlang der gesamten US-Westküste - also in den Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington - wüten, mindestens 15 Menschen ums Leben. Die Rettungskräfte rechnen jedoch damit, dass die Zahl noch steigen wird.

Tausende Gebäude bereits zerstört

Das seit Wochen lodernde Feuer etwa 200 Kilometer nordöstlich von San Francisco war bereits zur Hälfte unter Kontrolle, als auffrischender Wind es in rasantem Tempo um sich greifen ließ. Mittlerweile steht eine Fläche von fast 2000 Quadratkilometern in Flammen. Etwa 2000 Gebäude wurden zerstört. Präsident Donald Trump sprach Gouverneur Gavin Newsom sein Beileid aus und erklärte, die US-Bundesregierung sei zur Hilfe bereit, wie das Weiße Haus mitteilte.

Das sogenannte Nordkomplex-Feuer ist einer von 29 Waldbränden in Kalifornien. Insgesamt waren dort etwa 14.000 Feuerwehrleute im Einsatz. Rund 20.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen oder sich auf eine Evakuierung vorbereiten. Insgesamt sind in diesem Jahr in Kalifornien bereits mehr als 12.500 Quadratkilometer Wald und Buschland verbrannt, obwohl die Waldbrandsaison gerade erst begonnen hat. Meteorologen sagten etwas besseres Wetter voraus. Der Wind werde nachlassen, die Temperaturen etwas sinken, prophezeiten sie. Zuvor war es heiß und böig gewesen.

Hunderttausende müssen Häuser verlassen

Auch das nördlich an Kalifornien angrenzenden Oregon ist von Waldbränden betroffen. Hier mussten geschätzt 500.000 Menschen - mehr als ein Zehntel der 4,2 Millionen Einwohner - ihre Häuser verlassen, wie die Notfallbehörde des Bundesstaats nach Angaben der Nachrichtenagentur AP mitteilte.

In Oregon brennt es derzeit auf mehr als 3600 Quadratkilometern, einer Fläche von der Größe Mallorcas. Bereits fünf Städte wurden weitgehend zerstört. Nach Angaben der Gouverneurin des Bundesstaates, Kate Brown, ging innerhalb von 72 Stunden zweimal so viel Land in Flammen auf wie durchschnittlich innerhalb eines Jahres.

Mindestens vier Tote wurden in Oregon vermeldet. Eines der Feuer näherte sich Molalla, einer Ortschaft mit etwa 9000 Einwohnern. Die forderte die Menschen auf, sofort die Häuser zu verlassen.

Waldbrand in Kalifornien: Stadtansicht Los Angeles | ETIENNE LAURENT/EPA-EFE/Shutters

Los Angeles ist weiter in Rauch gehüllt. Bild: ETIENNE LAURENT/EPA-EFE/Shutters

Es gibt aber auch Fortschritte im Kampf gegen die Flammen. Drei große Feuer-Komplexe rund um San Francisco sind inzwischen fast gänzlich eingedämmt. Doch die Stadt war weiter in dichten Rauch gehüllt. Starke Winde trugen Asche aus anderen Waldbrandgebieten in viele Teile Kaliforniens und verdunkelten den Himmel. Die Behörde für Luftqualität warnte vor starker Rauchbelastung. Die Experten riefen für manche Gebiete in Kalifornien zeitweise die höchste Warnstufe aus: "Hazardous", auf Deutsch "gefährlich".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. September 2020 um 09:00 Uhr.