Ampullen des Johnson & Johnson-Impfstoffs. | AP

Corona-Impfstoff Johnson & Johnson beantragt US-Zulassung

Stand: 05.02.2021 07:01 Uhr

Mit Johnson & Johnson hat ein weiterer Hersteller in den USA eine Notfallzulassung seines Corona-Impfstoffes beantragt. Der Antrag auf eine Notfallzulassung in der EU steht offenbar kurz bevor.

Der US-Konzern Johnson & Johnson (J&J) hat bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung für den von seiner Pharmasparte entwickelten Corona-Impfstoff beantragt. Die entsprechenden Dokumente seien der FDA übergeben worden, teilte der Konzern mit Hauptsitz in New Brunswick im US-Bundesstaat New Jersey mit. Der Antrag auf Notfallzulassung bei der EU-Arzneimittelbehörde EMA solle "in den kommenden Wochen" folgen.

US-Zulassung am 27. Februar?

Sobald das Zulassungsverfahren der FDA abgeschlossen und die Genehmigung erteilt worden sei, könne mit der Auslieferung begonnen werden, sagte J&J-Chef Paul Stoffels.

Die FDA setzte eine Besprechung ihres unabhängigen Beratungsausschusses für Impfstoffe für den 26. Februar an. Dieser gibt dann eine Empfehlung ab. Bei den bereits zugelassenen Vakzinen von BioNTech/Pfizer und Moderna erfolgte jeweils einen Tag später die Zulassung.

Nur einmalige Injektion nötig

Es wäre der erste in den USA und der EU zugelassene Impfstoff, der nur einmal gespritzt werden muss. In der vergangenen Woche hatte Johnson & Johnson ein Zwischenergebnis seiner Phase-III-Studie mit rund 44.000 Probanden bekanntgegeben, demzufolge der Impfstoff vier Wochen nach Verabreichung einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Covid-19- Krankheitsverläufen biete. Die Prozentzahlen bedeuten, dass es in der geimpften Probandengruppe entsprechend weniger Fälle gab als in der Placebo-Probandengruppe.

Einfachere Lagerung möglich

Im Gegensatz zu den Impfstoffen von BioNTech/Pfizer und von Moderna handelt es sich um einen Vektorimpfstoff, der auf einem normalen Erkältungsvirus basiert und bei Kühlschranktemperatur transportiert und gelagert werden kann. Bei den Konkurrenzprodukten, die in der EU bereits eingesetzt werden und im Abstand von mehreren Wochen zwei Mal gespritzt werden, ist die Wirksamkeit nach Studienergebnissen allerdings deutlich höher.

Bis zu 400 Millionen Impfdosen für EU

Insgesamt will Johnson & Johnson in diesem Jahr eine Milliarde Dosen bereitstellen. Produziert werden soll das Vakzin in den USA, Europa, Südafrika und Indien.

Die USA haben sich für eine Milliarde Dollar 100 Millionen Dosen gesichert. J&J rechnet mit der Auslieferung in der ersten Jahreshälfte. Zudem haben die USA eine Option auf weitere 200 Millionen Dosen. Die EU hat sich bis zu 400 Millionen Dosen von dem Mittel gesichert.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 05. Februar 2021 um 04:29 Uhr.

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Moderation 05.02.2021 • 15:54 Uhr

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