Orthodoxer Jude greift in Jerusalem Teilnehmer an der Gay Parade an

Orthodoxer verletzt sechs Teilnehmer Messerattacke auf Gay Parade in Jerusalem

Stand: 30.07.2015 20:41 Uhr

Ein ultraorthodoxer Jude hat sechs Teilnehmer einer Schwulen- und Lesbenparade in Jerusalem niedergestochen. Der Mann sei mit einem Messer in die Menge gestürmt, so der Notfalldienst. Der Mann hatte bereits 2005 eine solche Tat begangen.

Von Christian Wagner, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv

Augenzeugen berichteten, der Mann habe mehrere Teilnehmer der Gay Parade von hinten mit einem Messer attackiert und dabei laut geschrien. Sechs Teilnehmer wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Die Attacke ereignete sich auf der Keren-Hayesod-Straße, nicht weit vom King-David-Hotel im jüdischen Westteil Jerusalems.

Der Angreifer wurde dort von einem Polizisten überwältigt. Es ist ein streng-religiöser Jude, der so eine Tat schon vor zehn Jahren verübt hatte. Verurteilt wegen versuchten Mordes, hat er seine Haftstrafe gerade erst vollständig verbüßt.

Orthodoxer Jude greift in Jerusalem Teilnehmer an der Gay Parade an
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Der Mann wurde schließlich entwaffnet.

Zu der Schwulen- und Lesbenparade wurden zwar nur rund 5000 Teilnehmer erwartet, trotzdem ließ die Jerusalemer Polizei Stadtbusse als Barrikaden auffahren, um sie vor Gegendemonstranten zu schützen.

Die politische Spitze Israels reagierte umgehend: Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem gravierenden Vorfall. Der Staat müsse sicherstellen, dass jeder seinen Lebensstil in persönlicher Sicherheit entfalten könne. Staatspräsident Reuven Rivlin verurteilte die Hass-Attacke und warnte, ein Mangel an Toleranz werde ins Verderben führen.

Ganz anders reagierte die ultra-rechte und einflussreiche Lehava-Gruppe. Deren Chef Bentzi Gopstein sagte, er empfinde zwar Abscheu für die Schwulenparade, sei aber gegen Messer-Attacken auf andere Juden. Lehava forderte, die Parade solle in Jerusalem nicht mehr erlaubt werden.

Anmerkung der Redaktion: Versehentlich wurde diese Meldung mit falschen, aktuellem Datum (3.8.2017) veröffentlicht. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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