Jens Söring im März 2011 bei einem Interview in der "Buckingham" Justizvollzugsanstalt in Dillwyn, Virginia/USA | Bildquelle: picture alliance / AP Photo

Fall Söring Deutscher US-Häftling kommt frei

Stand: 26.11.2019 23:12 Uhr

Brutaler Mörder oder Opfer eines Justizirrtums? Nach 33 Jahren in einem US-Gefängnis hat Jens Söring die Haftanstalt verlassen. Der Diplomatensohn soll 1985 die Eltern seiner damaligen Freundin erstochen haben.

Der 1990 wegen Doppelmordes in den USA verurteilte Deutsche Jens Söring ist aus dem Gefängnis entlassen worden. Wie eine Behördensprecherin mitteilte, wurde der heute 53-Jährige der Einwanderungsbehörde ICE übergeben. Wann Söring mutmaßlich nach Deutschland abgeschoben wird, wurde zunächst nicht bekanntgegeben. Nach ARD-Informationen wird er offenbar zunächst nach Bitburg gebracht. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, die Deutsche Botschaft in Washington betreue den Mann intensiv konsularisch.

Torben Ostermann, ARD Washington, zur Entlassung von Jens Söring aus US-Haft
Nachtmagazin 23:45 Uhr, 27.11.2019

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Eltern der Freundin brutal getötet

Der Diplomatensohn war wegen Mordes an den Eltern seiner damaligen Freundin im Jahr 1985 zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt worden.

Der brutale Doppelmord hatte in den USA und auch international jahrzehntelang die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. In Lynchburg, einer Kleinstadt in Virginia, waren damals die Eltern von Elizabeth Haysom mit Dutzenden Messerstichen getötet worden.

Das junge Paar geriet in Verdacht und floh. 1986 wurden beide in London gefasst und an die USA ausgeliefert. Haysom wurde wegen Anstiftung zum Mord zu zweimal 45 Jahren Haft verurteilt, Söring bekam zweimal lebenslange Haft. Auch die 55-jährige Kanadierin Haysom wird laut US-Medien nun freigelassen und abgeschoben.

Undatiertes Archivbild von Elizabeth Haysom | Bildquelle: AP
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Ein undatiertes Archivbild von Elizabeth Haysom.

Zweifel an früheren Beweisen

Söring hatte die Morde zunächst gestanden, später aber das Geständnis widerrufen und erklärt, er habe lediglich seine Freundin vor der Todesstrafe bewahren wollen. Er habe erwartet, dass er als Diplomatensohn Immunität genieße.

Die Vorsitzende des Begnadigungsausschusses von Virginia, Adrianne Bennett, sagte dagegen der Zeitung "Richmond Times-Dispatch", Sörings Unschuldsbehauptungen seien "unbegründet". Der Beschluss, den 53-Jährigen freizulassen und abzuschieben, sei angemessen wegen Sörings jungen Alters zur Tatzeit und der Länge der verbüßten Strafe.

Unter Juristen ist der Fall umstritten. Viele Beweismittel aus dem Prozess wurden entkräftet. Auch kürzliche DNA-Untersuchungen sprechen gegen die Schuld Sörings. 2016 rekonstruierte der Dokumentarfilm "Das Versprechen" den Fall.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 26. November 2019 um 10:45 Uhr in den Nachrichten.

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