Zerstörte Autos liegen auf der Straße | Bildquelle: AFP

Unwetter in Japan Zehn Tote nach Taifun

Stand: 05.09.2018 08:48 Uhr

Durch Taifun "Jebi" sind in Japan mindestens zehn Menschen getötet worden, 300 weitere sind verletzt. Der Sturm hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Eine Million Menschen soll in Sicherheit gebracht werden.

In Japan ist die Zahl der Getöteten durch den Taifun "Jebi" auf zehn gestiegen, nachdem am Vortag das schwerste tropische Unwetter seit 25 Jahren das Land heimgesucht hatte. Mindestens fünf Menschen wurden demnach von umherfliegenden Objekten erschlagen, ein Mann kam zu Tode, als er durch den Sturm erfasst, aus seiner Wohnung getragen und auf den Boden geschleudert wurde. In der angrenzenden Präfektur Shinga wurde ein 71-Jähriger unter einem Lagergebäude begraben, ein weiterer Mann starb, als er vom Dach eines Hauses fiel.

Regierungssprecher Yoshihide Suga sagte, 300 weitere Menschen seien verletzt worden. Die meisten wurden Medienberichten zufolge von umherfliegenden Trümmerteilen getroffen.

Tausende harren die Nacht am Flughafen aus

Der Taifun war am Dienstag an Japans Westküste auf Land getroffen und hat dort eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Dächer wurden abgedeckt, in der Präfektur Hyogo türmte der Sturm etwa 100 Autos eines Autohandels auf einen Haufen. Berichten zufolge gerieten sie durch einen Kurzschluss in Brand.

Im Hafen von Osaka löste sich ein Öltanker und trieb gegen eine Brücke, die infolgedessen beschädigt wurde. Durch den Schaden an der Brücke war der Flughafen Kansai in der Bucht von Osaka vom Festland abgeschnitten. Teile des Flughafens waren überschwemmt.

Der Taifun hat etwa 100 Fahrzeuge bei einem Autohändler in Nishinomiya in der Präfektur Hyogo aufgetürmt. | Bildquelle: AFP
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Der Taifun hat etwa 100 Fahrzeuge bei einem Autohändler in Nishinomiya in der Präfektur Hyogo aufgetürmt.

16.000 Menschen in Notunterkünfte gebracht

3000 Passagiere saßen die Nacht über fest, einige von ihnen klagten über mangelnde Versorgungsmöglichkeiten mit Essen und Getränken und unzureichende Information. Am Morgen wurden die Gestrandeten mit Fähren und Bussen nach Kobe auf dem japanischen Festland gebracht.

Noch immer sind Evakuierungsanordnungen in Kraft, die insgesamt 1,2 Millionen Menschen betreffen. Der japanischen Nachrichtenagentur Jiji zufolge verbrachten 16.000 Menschen in 20 Präfekturen die Nacht in Notunterkünften.

Nach Taifun "Jebi"
Kathrin Erdmann, ARD Tokio
05.09.2018 09:03 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 05. September 2018 NDR Info um 07:15 Uhr in den Nachrichten und MDR aktuell um 09:25 Uhr.

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