Das Hilfsschiff "Mare Jonio" der Organisation "Meditarranea Saving Humans" im Oktober 2018 (Archivbild) | Bildquelle: dpa

49 Migranten auf "Mare Jonio" Italien lässt Hilfsschiff nicht anlegen

Stand: 19.03.2019 11:51 Uhr

Das Rettungsschiff "Mare Jonio" erhält keine Erlaubnis zur Hafeneinfahrt. Es liegt mit 49 Migranten an Bord vor der Insel Lampedusa. Die italienische Regierung hat alle Häfen für Hilfsschiffe seit Monaten geschlossen.

Ein Schiff der italienischen Hilfsorganisation "Mediterranea" mit 49 geretteten Flüchtlingen an Bord darf nicht anlegen. "Die Häfen waren und bleiben geschlossen", sagte der italienische Innenminister Matteo Salvini dem italienischen Rundfunk zufolge.

Die "Mare Jonio" ist derzeit das einzige im südlichen Mittelmeer verbliebene Rettungsschiff. Salvini, der der rechtsextremen Lega-Partei angehört, hat die italienischen Häfen bereits vor Monaten für alle Schiffe von Hilfsorganisationen geschlossen.

Italiens Innenminister und Vizepremier Matteo Salvini gestikuliert bei einer Pressekonferenz (Archivbild). | Bildquelle: AP
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Italiens Innenminister und Vizepremier Matteo Salvini Salvini ist die Führungsfigur der einwanderungsfeindlichen, rechtsradikalen Regierungspartei Lega in Italien. (Archivbild).

Innenminister Salvini: "Nicht mit meiner Erlaubnis"

Die Migranten beträten Italien nicht mit seiner Erlaubnis, sagte Salvini, der auch stellvertretender Ministerpräsident ist. Die "Mare Jonio" hatte die die Flüchtlinge, darunter zwölf Minderjährige, am Montag gerettet. Nun harrt das Schiff vor Lampedusa aus.

Italien sei "politisch und geografisch" verantwortlich, erklärte "Mediterranea". Der Bürgermeister von Lampedusa, Totò Martello, betonte die Aufnahmebereitschaft der Insel.

Vorwurf des Menschenhandels steht im Raum

Salvinis Ministerium wies unverzüglich darauf hin, dass nach der Rettung von Flüchtlingen Vorschriften eingehalten werden müssten. Ansonsten könnte den Helfern vorgeworfen werden, vorsätzlich illegale Einwanderer nach Italien bringen und "Menschenhandel erleichtern" zu wollen.

"Mediterranea Saving Humans" - eine Hilfsorganisation, an der auch die deutsche "Sea Watch" und andere NGOs beteiligt sind - hatte erklärt, die Migranten vor der libyschen Küste aufgenommen zu haben. Sie seien auf einem Schlauchboot gewesen, in das schon Wasser gelaufen sei.

Weiteres Schiffsunglück - 30 Vermisste

Vor der Küste Libyens ereignete sich inzwischen erneut ein Schiffsunglück mit möglicherweise Dutzenden Toten. Die libysche Marine sprach von 30 Vermissten. Ein Kind sei tot geborgen worden, 16 Menschen hätten überlebt, als das Holzboot nahe der Küste gegen Felsen geprallt sei, erklärte ein Sprecher.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. März 2019 um 12:00 Uhr.

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