Leerer Sessellift | REUTERS

Corona-Pandemie Ein Winter ohne Skivergnügen in Italien?

Stand: 24.11.2020 01:41 Uhr

Leere Pisten, angehaltene Skilifte: Wegen der Corona-Pandemie will Italiens Regierung den Skiurlaub in diesem Winter einschränken. Dafür erhofft sie sich Unterstützung aus Deutschland und Frankreich.

Von Jörg Seisselberg, ARD-Studio Rom

In Italien werden zwischen Weihnachten und Neujahr keine Skiferien möglich sein. "Das können wir uns nicht erlauben", sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte in einem Fernsehinterview mit Blick auf die Gefahr neuer Corona-Infektionsherde. Die Weihnachtszeit, betonte der Regierungschef an anderer Stelle, dürfe nicht zum Vorzimmer einer dritten Covid-19-Welle werden.

Jörg Seisselberg ARD-Studio Rom

Für sein Nein zum Skiurlaub setzt Conte auf Rückendeckung aus Deutschland und Frankreich. Er arbeite derzeit daran, mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ein gemeinsames europäisches Protokoll für die Winterferien zu erarbeiten, sagte Italiens Ministerpräsident.

Kritik aus den Skigebieten

Widerspruch gegen das geplante Verbot von Skiferien über Weihnachten bekommt Conte bereits aus dem eigenen Land. Der Präsident der Region Piemont, Alberto Cirio, plädiert dafür, Skilifte geöffnet zu lassen, aber Bars und Restaurants in den Skigebieten zu schließen. Im Piemont liegt unter anderem das Wintersportgebiet um Sestriere.

Für die Vorweihnachtszeit kündigte Ministerpräsident Conte angesichts einer sich derzeit abflachenden Infektionskurve Lockerungen in Italien an. Sollte der Trend anhalten, könnten die in vielen Regionen derzeit geltenden roten Zonen mit ihren strengen Ausgangsbeschränkungen Ende des Monats aufgehoben werden. Alle Läden im Land dürften dann rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft wieder öffnen. Ob die Möglichkeit, sich zwischen den Regionen im Land zu bewegen, weiter eingeschränkt bleibt, werde geprüft, sagte Conte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. November 2020 um 06:00 Uhr.