Gondoliere in Venedig stehen an einer fast menschenleeren Promenade, vor der Gondeln anliegen | dpa

Corona-Pandemie Italien verbietet Reisen über Weihnachten

Stand: 03.12.2020 09:26 Uhr

Italien hat die Corona-Maßnahmen weiter verschärft. In der Nacht beschloss die Regierung verschärfte Beschränkungen über Weihnachten bis ins neue Jahr. Das Reisen in andere Regionen ist dann verboten.

Die Italiener sollen über Weihnachten und Neujahr zu Hause bleiben. Die Regierung schränkt im Kampf gegen das Coronavirus die Bewegungsfreiheit über Weihnachten bis ins neue Jahr stark ein. Den Beschluss fasste das Kabinett von Ministerpräsident Giuseppe Conte in der Nacht. Mit den verschärften Reisesperren bis 6. Januar will Rom einen Wiederanstieg der Infektionszahlen verhindern. Die 60 Millionen Italiener sollen abgehalten werden, in großer Zahl in den Weihnachtsurlaub aufzubrechen oder entfernte Verwandte zu besuchen.

Nicht in andere Regionen reisen

Konkret bedeutet dies, dass vom 21. Dezember an das Reisen zwischen den Regionen Italiens verboten ist. Die Menschen dürfen dann auch nicht in ihre Ferienwohnungen an der Küste oder in den Bergen fahren. Die Sperre gilt bis 6. Januar. Ausnahmen sind für die Arbeit, aus gesundheitlichen Gründen und in anderen Notlagen möglich. Die Rückkehr an den Hauptwohnort bleibt erlaubt.

Diese Maßnahmen zielen vor allem darauf, die in Italien in den Weihnachtsferien üblichen großen Zusammenkünfte von Familien und Freunden zu unterbinden. Hotels sind weiterhin geöffnet, dürfen aber nur Gäste aus der eigenen Region aufnehmen.

Über Weihnachten Stadt nicht verlassen

Über das Weihnachtsfest und Neujahr werden die Zügel noch fester angezogen: Am 25. und 26. Dezember sowie am 1. Januar ist es verboten, sich außerhalb seiner Stadt zu bewegen. Auch enge Verwandte dürfen nur besucht werden, wenn sie in derselben Gemeinde wohnen. Ausnahmen sind nur möglich, wenn jemand gesundheitlich angeschlagen ist und Unterstützung braucht.

Über Weihnachten und Neujahr bleiben außerdem die Skipisten in Italien gesschlossen. Die entsprechende Regelung hat die Regierung um 50 Tage verlängert. Damit die Italiener für die Skiferien nicht ins Ausland fahren, soll eine Pflicht zur Quarantäne für Rückkehrer eingeführt werden.

Bars und Restaurants müssen landesweit weiterhin um 18 Uhr schließen, in sogenannten roten Zonen dürfen sie gar nicht öffnen.

"Dritte Welle droht"

Derzeit herrscht in Italien ein Teil-Lockdown mit drei Corona-Risikozonen. In den Roten Zonen müssen die Bürger ohnehin möglichst ganz zu Hause bleiben. Zwischen den Gebieten der niedrigsten Risikostufe, den Gelben Zonen, dürfen die Menschen aber bisher frei reisen. Diese Art der Einstufung soll nach Angaben von Gesundheitsminister Roberto Speranza im Grundsatz erhalten bleiben. Es werden über Weihnachten aber weitere Sondervorschriften erlaubt.

Speranza hatte am Mittwoch im Parlament gesagt, dass Italien ohne verschärfte Weihnachtseinschränkungen im Januar und Februar "eine dritte Welle" drohe. Ein neues Notdekret mit weiteren Vorschriften war in der Mitte-Links-Regierung noch in Arbeit. Italien zählte bisher offiziell mehr als 1,6 Millionen Corona-Infektionen.

Mit Informationen von Jörg Seisselberg, ARD-Studio Rom

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Dezember 2020 um 10:00 Uhr.