Rettungskräfte stehen an einem ausgebrannten Bus. | Bildquelle: AFP

Mailand Busfahrer wollte Kinder verbrennen

Stand: 21.03.2019 08:32 Uhr

Die italienische Polizei hat 51 Schüler aus der Gewalt ihres Busfahrers befreit, der das Fahrzeug mit Benzin begoss und in Brand setzte. Der Staatsanwalt schließt einen terroristischen Hintergrund nicht aus.

Die italienische Polizei hat am Mittwoch 51 Schüler aus der Gewalt ihres Busfahrers befreit, der das Fahrzeug mit Benzin begoss und in Brand setzte. Der Mailänder Staatsanwalt Francesco Greco sprach von einem "Wunder". Die Polizisten hätten sich vorbildlich verhalten und ein "Blutbad" verhindert. Einen terroristischen Hintergrund schloss Greco nicht aus.

Italienische Behörden suchen nach Geiselnahme von Schulbus nach Hintergründen der Tat
tagesschau 12:00 Uhr, 21.03.2019, Ellen Trapp, ARD Rom

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Die Schüler an einer Oberschule kehrten von einem Sportausflug in Begleitung von drei Erwachsenen zurück, als der Fahrer plötzlich die Route änderte und verkündete, dass sie seine Geiseln seien. Er habe gerufen "Niemand kommt hier lebend raus!" und ihnen mit zwei vollen Benzinkanistern sowie einem Feuerzeug gedroht, berichteten die Schüler. Er habe ihnen die Handys abgenommen und sie mit einem Stromkabel gefesselt.

Einem der Jugendlichen gelang es jedoch, seine Eltern anzurufen, die ihrerseits die Polizei verständigten. Die Polizisten blockierten den Bus in San Donato Milanese südöstlich von Mailand und schlugen dessen rückwärtige Fenster ein. Bevor das Fahrzeug in Flammen aufging, brachten sie die Kinder ins Freie. 

Autos gerammt

Die Geiselnahme dauerte etwa 40 Minuten. Eine Schülerin berichtete, der Busfahrer habe das Benzin verschüttet, zudem habe er ein Messer und eine Pistole gehabt. Laut Staatsanwalt Greco rammte der Bus mit den Geiseln ein Auto, dessen Insassen - ein Vater und sein Sohn - sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Sowohl der Bus als auch das Auto brannten völlig aus. Zuvor hatte der Bus demnach bereits eine Polizeisperre durchbrochen.

Etwa ein Dutzend Schüler und zwei der drei Erwachsenen wurden mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus gebracht. Der Fahrer musste wegen Verbrennungen an den Händen behandelt werden. Ihm werden "Geiselnahme", ein versuchtes "Massaker" und "Brandstiftung" zur Last gelegt, erschwerend kommt der Vorwurf des "Terrorismus" hinzu. Das Innenministerium teilte mit, es werde geprüft, ob dem Mann die italienische Staatsbürgerschaft entzogen werden könne.  

Bezug zu Toten im Mittelmeer?

In Berichten hieß es, der 47-jährige Fahrer mit senegalesischen Wurzeln habe gerufen: "Ich will dem ein Ende setzen, ich will das Sterben im Mittelmeer stoppen." Während der Geiselnahme habe der Fahrer davon gesprochen, er habe "drei Kinder im Meer verloren", hieß es in einem Internetkommentar eines der Schüler. 

Der Mann arbeitete seit 2004 als Busfahrer. Er ist Vater von zwei jugendlichen Kindern und von seiner italienischen Frau geschieden. Der Chef der Antiterror-Einheit von Mailand, Alberto Nobili, bezeichnete ihn als Einzeltäter, der als "einsamer Wolf" gehandelt habe - offenbar ohne Verbindungen zum radikalen Islam. Er habe bei YouTube ein Video gepostet, um seine Tat zu erklären. Darin heiße es "Afrika erhebe dich".   

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. März 2019 um 12:00 Uhr.

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